Millionenprojekt auf den Weg gebracht
Mit der Vergabe der Planung für Projekte am Oberlauf der "Kleinen Dhron" gibt der Bauausschuss Thalfang das Startzeichen für ein Zehn-Jahres-Projekt, das auf den Hochwasserschutz sowie Verbesserungen für Fauna und Flora abzielt.
Thalfang. Dem Einzugsgebiet der "Kleinen Dhron" stehen große Veränderungen bevor. In den nächsten zehn Jahren sind entlang des Oberlaufes des wichtigen Zubringers der Dhron diverse Verbesserungen vorgesehen. Und zwar in einer Größenordnung von 6,3 Millionen Euro. Im Rahmen der "Aktion Blau" steht dafür aber eine Landesförderung von 90 Prozent in Aussicht. Um diesen Zuschuss beantragen zu können, hat der Bau- und Liegenschaftsausschuss der VG Thalfang nun die Entwurfsplanungen vergeben. Beauftragt ist das Wittlicher Büro Max und Reihsner.
Die Pläne sehen zunächst vor, Projekte für 1,1 Millionen Euro brutto umzusetzen. Konkret angedacht sind Verengungen von "Straßendurchlässen", den unter Straßen verlaufenden Durchlässen für Bäche. Zum einen soll der unter der Kreisstraße nach Hilscheid verlaufende Durchlass verengt werden, zum anderen der für den Röderbach unter der Hunsrückhöhenstraße.
Ziel dieser Verengungen ist, größere Wassermassen in die jeweiligen Bachauen zurück zu stauen. Ein drittes Projekt ist in unmittelbarer Nähe der Kläranlage Thalfang vorgesehen. Hinter dem Regenüberlaufbecken werden am Thalfanger Bach "Retentionsbodenfilter" angelegt. Die natürlichen Bodenfilterschichten aus Kiessorten oder Sand sollen die Kläranlage entlasten. Das vierte Vorhaben - eine Rückhaltefläche hinter dem Überlaufbecken Malborn - beinhaltet auch eine Renaturierung des Gothbaches. Ein wichtiges Ziel ist die Minimierung des Hochwasserrisikos für Dhronecken. Jeder habe diese Bilder ja noch vor Augen, erinnert Bürgermeister Hans-Dieter Dellwo an die bisher erfolglosen Bemühungen.
Teuerstes Einzelprojekt ist das der Retentionsbodenfilter für den Thalfanger Bach. Das Vorhaben ist mit Kosten von netto rund 470 000 Euro kalkuliert. Rückhalteflächen und Renaturierung Gothbach werden weitere 272 000 Euro kosten. Die Verengung bei Hilscheid ist mit 176 000 Euro kalkuliert und die für den Röderbach an der B 327 mit weitern 30 000 Euro. Davon seien zwar nur je zehn Prozent zu zahlen, meint Dellwo. Aber auch das sei ja immer noch viel Geld, das er "als großen Beitrag für die Umwelt" aber gut investiert sieht.
Rudi Marx hofft nur, dass letztlich nicht die Wanderung der Fische beeinträchtigt wird. Dazu Dellwo: "Im Gegenteil - Verbesserungen für Tier- und Pflanzenwelt sind ja Sinn und Zweck der ganzen Geschichte." Sollte den Projekten Erfolg beschieden sein, sei daher langfristig an ähnliche entlang der Gräfendhron passierenden Dhron gedacht.