Ministerium hält Zählung für stichhaltig

Ministerium hält Zählung für stichhaltig

Von Mai bis Dezember ist laut Verkehrsministerium die Zahl der LKW in der Ortsdurchfahrt Hetzerath von 542 auf 265 zurückgegangen. Für das Ministerium ist dies das Ergebnis des neuen LKW-Durchfahrverbots. Der Ortsbürgermeister hält diese Rechnung für wenig aussagekräftig, da im Winter weniger LKW fahren.

Hetzerath. "Verkehrsregelung in Hetzerath zeigt erste Erfolge" - so lautete die Überschrift einer Pressemitteilung, mit der das rheinland-pfälzische Verkehrsministerium Ende 2010 so manchen Hetzerather überraschte. Staatssekretär Alexander Schweitzer stellte darin fest, dass das neue Fahrverbot für LKW ab 7,5 Tonnen in der Ortsdurchfahrt gut wirke.

Der LKW-Verkehr sei laut aktueller Zählung um 50 bis 60 Prozent zurückgegangen. In der Hauptstraße wurden laut Ministerium im Mai 542 Laster pro Tag gezählt, im Dezember 265.

Doch wann entstand die Zählung und wie aussagekräftig ist sie? Auf TV-Anfrage sagt Ministeriumssprecher Joachim Winkler, dass in der Zeit zwischen dem 14. und 20. Dezember gezählt worden sei. In dieser Zeit ruhte aufgrund des Winterwetters auf vielen Baustellen der Betrieb. Entsprechend standen viele LKW still.

Zweifeln an der Aussagefähigkeit der Daten tritt Winkler entgegen. Der Verkehr sei mit Hilfe des "Vereinfachten Hochrechnungsverfahrens für Außerorts-Straßenverkehrszählungen" berechnet worden, sagt der Sprecher. Mit dieser Vorgehensweise könnten trotz unterschiedlicher Erhebungszeiten vergleichbare Daten geliefert werden. Schwankungen seien berücksichtigt. Auch bei der Zählung 2009 sei mit dieser Methode gearbeitet worden.

Ob diese Argumentation die Kritiker überzeugt? Anwohner und Ortsbürgermeister Otmar Mischo stellten beim LKW-Verkehr keinen merklichen Unterschied fest, nachdem die Verbotsschilder aufgestellt worden waren. Mischo sagt nun: "Im Dezember macht man keine Zählung. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Werte durch eine Rechenmethode vergleichbar werden." Er habe zudem gesehen, dass einige der sonst Hetzerath passierenden LKW zurzeit abgemeldet seien. Auch Markus Lorenz, Initiator der Bürgerinitiative für ein lebenswertes Hetzerath, bezweifelt, dass eine Zählung im Winter realistische Werte ergibt.

Den Kritikern begegnet das Ministerium mit dem Hinweis, dass zu einem späteren Zeitpunkt eine Vergleichszählung vorgenommen werden soll.

Das eingeschränkte LKW-Durchfahrverbot wurde im November 2010 eingeführt, nachdem Anwohner und der Gemeinderat es gefordert hatten. Die Anwohner fühlen sich besonders durch den Lärm und Dreck der Laster gestört. Eine Verkehrsstudie hatte ergeben, dass die Hetzerather Ortsdurchfahrt überdurchschnittlich belastet sei.

Der Trierische Volksfreund veranstaltet ein Dis kussionsforum zum LKW-Verkehr in der Hetzerather Ortsdurchfahrt. Es findet am Dienstag, 25. Januar, ab 19.30 Uhr im Gasthof Paltzer in Hetzerath statt. Diskussionsteilnehmer sind Ortsbürgermeister Otmar Mischo, Ministerialrat Jürgen Menge vom Verkehrsministerium, Wilfried Ebel von der Industrie- und Handelskammer Trier, Vertreter betroffener Unternehmen und Markus Lorenz, Initiator der Bürgerinitiative für ein lebenswertes Hetzerath.