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Mischung aus Comedy und Zauberei ist: Zum Anbeißen witzig

Mischung aus Comedy und Zauberei ist: Zum Anbeißen witzig

Ausverkauft hieß es in Arenrath: 120 Besucher kamen, um Comedy und Zauberei in einer Show zu sehen. Der Berliner Künstler Martin Sierp bescherte ihnen einen abwechslungsreichen Abend, indem er in verschiedene Rollen schlüpfte und das Publikum in seine Zauberei miteinbezog.

Arenrath. In den Stuhl gebissen vor Lachen haben die Arenrather zwar nicht, aber sie haben Martin Sierp lange applaudiert. Er war auf Einladung der Eifel-Kultur-Tage mit seinem Programm "Zum Anbeißen" in die Bürgerhalle gekommen. In Arenrath selbst war er vor seinem Auftritt noch nie. Aber das Bier einer der Hauptsponsoren kannte er schon, der Berliner.
Seine Show beginnt mit Wortspielereien um seinen Namen und damit, dass er versucht, sich aus seiner Jacke zu befreien. Dazu bittet er zwei Freiwillige aus dem Publikum ihm zu helfen. Die beiden Herren sind schlagfertig. "James Last" aus Platten und der Lateinlehrer aus Hupperath helfen Sierp bei seiner Entfesselungsnummer, bei der Sierp seine Zauberkünste zum ersten Mal aufblitzen lässt, denn er entsteigt dem "Tunnel des Terrors", einem großen schwarzen Sack, entfesselt, aber mit völlig zerrissener Kleidung. Anschließend nimmt er Karl Lagerfeld aufs Korn, dessen Gestik und Sprache er karikiert. Dazu will er die Jacke einer Zuschauerin mit einer Zigarette modisch aufpeppen.
Handfeste, saftige Künstler


Selbstverständlich bekommt sie diese unversehrt mit Bügel und Sicherheitsetikett wieder zurück. Die Mischung aus Comedy und Zauberei kommt beim Publikum, das zu rund einem Drittel aus Arenrathern besteht, gut an. Petra Selzner sagt: "Mir gefällt der Abend so richtig gut. Er hat einen klaren, direkten Humor, den wir verstehen und er bezieht die Leute mit ein." Ähnlich sieht es Hans Kröschel aus Binsfeld: "Er nimmt das Publikum gut mit und geht auf es ein. Die Zauberei wertet die Show auf, man muss konzentriert dabei bleiben, sonst kriegt man die Effekte nicht mit."
Auch Rainer Laupichler, Geschäftsführer der Eifel-Kulturtage, ist mit dem Auftritt und der Publikumsresonanz sehr zufrieden. Er sagt: "Damit so ein Abend funktioniert, muss der Künstler passen. In der Eifel braucht man handfeste, saftige Künstler." Weiter merkt er an: "Zudem ist das Publikum hier heute sehr gemischt. Das Alter geht von zehn bis 80 Jahre, und es sind viele Zuschauer aus dem Ort da. Das ist unser Ziel." In der zweiten Hälfte verblüfft der Künstler in der Figur des Fürsten der Finsternis unter anderem mit einem Gedankenlesetrick, der Erstaunen und Lachen zugleich beim Publikum hervorgerufen hat. chb
Extra

Martin Sierp lebt in Berlin, hat unter anderem schon auf der Bühne des Quatsch Comedy Clubs gestanden. In Stockholm wurde ihm 2006 der Preis "Best Comedy Performance World-Championship of Magic" verliehen. Auch im SWR war er schon zu sehen. Seit seiner Kindheit zaubert er. Zunächst wollte er klassischer Zauber werden, dann hat er sich auf Comedy-Zaubern verlegt. Er bezieht das Publikum mit ein und schlüpft in verschiedene Rollen. Sein aktuelles Programm heißt "Zum Anbeißen". Damit ist er deutschlandweit unterwegs. chb