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Miss Germany und der liebe Gott - Lena Bröder liest in Klausen aus ihrem Buch

Miss Germany und der liebe Gott - Lena Bröder liest in Klausen aus ihrem Buch

Mit ihrem Buch „Das Schöne in mir – Mit Glaube zum Erfolg“ und ihrem Besuch beim Papst, hat die amtierende Miss Germany 2016 für Aufsehen gesorgt. In Klausen erzählte sie, wie Glaube und Misswahlen für sie zusammenpassen.

Lena Bröder ist eine etwas andere Miss Germany, denn sie hat in ihrem Leben nicht nur an 30 Misswahlen teilgenommen, sondern sie ist auch Lehrerin für Hauswirtschaft und katholische Religion. In Klausen, wie auch in vielen anderen Orten, in denen sie bereits aus ihrem Buch "Das Schöne in mir - Mit Glaube zum Erfolg", gelesen hat, versucht sie zu erklären, wie das zusammenpasst.

Zunächst einmal hören die knapp 50 Besucher der jungen Frau zu, die mit Schärpe, High Heels, perfekt geschminkt in dezenter schwarzer Leggin und zart roséfarbener Bluse vor ihnen sitzt. Sie betont, dass es ihr wichtig ist, gegen die Vorurteile anzugehen, dass junge Frauen, die an Misswahlen teilnehmen, blond, blöd und völlig unecht sind. Lena Bröder sagt, dass sie immer sie selbst war, den Menschen in die Augen geschaut hat, und das als Teil ihres Erfolgs ansieht. Ihr Glaube ist für sie ihr Fundament.

Wie beides zusammenpasst, erklärt sie so: "Bei den Misswahlen stand mein Glaube nicht im Vordergrund, aber ich bin mir bewusst, dass Gott mich erschaffen hat, so wie ich bin, auch wenn meine Ohren abstehen und meine Nase zu lang ist, wie mir einer der Juroren bei einem Wettbewerb knallhart ins Gesicht gesagt hat." Weiter berichtet sie: "Ich weiß, dass es nicht selbstverständlich ist, dass ich viele Privilegien habe und dass das schnell vorbei sein kann. Deshalb ist auch Hiob eine meiner Lieblingsfiguren in der Bibel, der alles verloren hat, außer seinem Glauben."

Beten ist für sie ein Thema vor dem Autofahren oder Fliegen, wenn sie, wie sie selbst sagt, ihr Leben aus der Hand gibt.
Vor der Miss-Germany-Wahl hat sie nicht gebetet, aber sie hat intensiv an ihre verstorbene Großmutter gedacht, deren Ring sie trug und die immer sehr stolz auf ihre Erfolge bei den Schönheitswettbewerben war.

Zu den Misswahlen, bei denen sie in 30 Wettbewerben insgesamt 16 Titel gewonnen hat, ist sie dadurch gekommen, dass sie das Dressurreiten als Hobby aufgeben musste: Die Choreographien bei den Wettbewerben hatten es ihr angetan. "Das wollte ich machen, da mit auf der Bühne stehen, das war mein Traum. Das Gewinnen stand für mich nicht im Vordergrund."

Auf ihren Glauben sei sie von den anderen Teilnehmerinnen nicht angesprochen worden. "Religionslehrerin ist mein Beruf, wie die anderen beispielsweise Zahntechnikerinnen waren. Das war kein Thema." Lehrerin war bei ihr auch nur "Plan Z", eigentlich hatte sie Polizistin werden wollen, aber Schichtdienst und Sportprüfung haben sie davon Abstand nehmen lassen. Da schienen ihr die familienfreundlichen Arbeitszeiten des Lehrerberufs attraktiver. "Und ich wollte ein Fach unterrichten, zu dem die Kinder gerne gehen. Meine Religionslehrer haben nie missioniert, sondern mir den Weg geebnet. Das will ich auch tun."

Bröder findet, dass sich die Miss- Wettbewerbe Teamfähigkeit und Gemeinschaft vom Glauben abschauen können, und dass sie als Miss Germany mithelfen kann, dem Glauben das verstaubte und alte Image zu nehmen.
"Ich kann natürlich nicht allein die Welt retten, aber zeigen, dass auch junge Menschen zu ihrem Glauben stehen." Soziales Engagement zeigte sie, während sie die Krone trug, bei Talkrunden, deren Gage zum Teil an Unicef ging und ihrer Teilnahme an Benefizveranstaltungen für Benachteiligte oder kranke Kinder.

Zu den Höhepunkten des Jahres als Miss Germany gehörte der Besuch beim Papst, "der wie ein Popstar begrüßt wurde und der mich beeindruckt hat, weil er so gar keine Berührungsängste hatte."

In zwei Wochen wird eine neue Miss Germany gekürt. Für Lena Bröder geht es ab März wieder in die Schule. Eine Model-Karriere strebt sie nicht an, aber sie hat Anfragen aus dem Bereich Moderation, über die sie nachdenkt.