Mit 16 das erste Autorenhonorar

Mit bislang drei Krimis hat sich der in Mackenrodt bei Idar-Oberstein lebende Autor Thomas A. Ruhk binnen weniger Jahre einen Spitzenplatz in der hiesigen Leserschaft erschrieben. Jetzt hofft er, auch über die Region hinaus Beachtung zu finden.

Mackenrodt/Morbach (jst/iro) Bei einer Konfirmationsfeier im Jahr 1987 wurden alle gefragt, was sie mal werden wollen. Als einer der Jungen antwortete "Schriftsteller!", war das Gelächter groß. Doch schon zwei Jahre später konnte Thomas A. Ruhk das erste Autorenhonorar einstreichen: die für einen 16-Jährigen stolze Summe von 150 Mark. Er hatte sie für die Kurzgeschichte "Im Reich des Schreckens" bekommen, die zur "Horrorstory der Woche" in den von ihm über alles geliebten Wochenheft mit den Abenteuern des Geisterjägers John Sinclair erwählt wurde.

Klar geworden war ihm sein Berufswunsch aber schon früher. Als Zwölfjähriger schrieb er im Stil der John-Sinclair-Geschichten einen ganzen Stapel mit Schulheften voll. Helden der Abenteuer waren He-man und andere Charaktere aus "Masters of the Universe", die damals in Form von Plastikspielfiguren die Kinderzimmer überschwemmten. Als ein Mitschüler ihn fragte, was er denn in dem Heft schreibe, gab der Jungautor ihm das Heft zum Lesen mit. "Mit zwölf Jahren hatte ich schon meine ersten Fans", sagt der Mackenrodter auch heute noch mit einem gewissen Stolz.

Auch in Morbach ist der gebürtige Idar-Obersteiner kein Unbekannter. Bis im August vergangenen Jahres betreute er dort die American-Football-Mannschaft "Morbach Monsters". An der Integrierten Gesamtschule ist er als Projektbetreuer im Sport und in einer Schreibwerkstatt tätig.

Doch zurück zur Schreibleidenschaft: Erst als 27-Jähriger schrieb er wieder zwei Kurzgeschichten, wieder für John Sinclair. Weitere Erzählungen für eine Fantasy-Anthologie folgten, und damit kam auch das Selbstvertrauen, sich an größere Projekte heranzuwagen. Nach einigen Anläufen entstand sein erster Roman "Silbermond", ein Fantasy-Epos auf 400 Seiten über Katzen und ihren Krieg gegen die Ratten.

Während eines Urlaubs in Dänemark mit seiner gerade gegründeten Familie entstanden die ersten 50 Seiten von "Der Strohbär". Damit hatte der gebürtige Idar-Obersteiner einen kompletten Wechsel des Genres vollzogen. Von der Grusel- und Fantasy-Welt zum realistischen Krimi. Gleich der erste Krimi wurde zum regionalen Erfolgsschlager, der sich ebenso wie die beiden Nachfolger "Der Totenbaum" und das in diesem Jahr erschienene Werk "Zonenkrieger" in den heimischen Buchläden sogar noch besser verkauften als "Harry Potter".

Aber eben auch nur dort, und das ist ein Problem für Ruhk. "Natürlich lesen die Leute zunächst mal die Bücher, weil sie hier spielen und sie die Schauplätze kennen", weiß Ruhk. Allerdings, so ist ihm auch klar, ist es schwierig, von einen kleinen Verlag aus den Sprung über die lokalen Grenzen hinaus zu schaffen.

Das hindert ihn nicht, weiterzumachen. "Ich glaube zwar, dass ich meinen Steinmann nicht ewig hier ermitteln lassen kann, aber der nächste Krimi ist schon in Arbeit."