Mit 170 Sachen über die Mosel

Nach dem Erfolg im vergangenen Jahr startet am 30. Mai das 34. Internationale Motorbootrennen in Traben-Trarbach. Veranstalter Elmar Hilgers hat Ministerpräsidentin Malu Dreyer als Schirmherrin gewinnen können. Über 50 Teams aus dem In- und Ausland haben sich bereits angemeldet.

Traben-Trarbach. "Wir haben es geschafft, die Ministerpräsidentin als Schirmherrin zu verpflichten", freut sich Elmar Hilgers, der in diesem Jahr nach einem erfolgreichen Neustart wieder das Internationale Motorbootrennen organisiert. Es soll am 30. und 31. Mai die Welt-Elite des Motorbootsports nach Traben-Trarbach locken. Die Boote rasen dann in mehreren Läufen mit bis zu 170 Stundenkilometern über die Mosel.
Malu Dreyer reiht sich in eine Liste von Prominenten ein. Denn sogar ein späterer Bundeskanzler war schon einmal Schirmherr des Rennens: Helmut Kohl in den 1970er Jahren, als er noch Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz war.
Damals hatte das Motorbootrennen seine Blütezeit, erzählt Hilgers. Der gebürtige Traben-Trarbacher, der nach vielen Jahren im Ausland wieder in seine Heimatstadt zurückgekommen ist, erinnert sich auch noch an die ersten Jahre des Motorbootrennens: "Das ging 1959 los. Damals hatte der Bürgermeister Beziehungen zum Kölner Motoryacht-Club. Dabei kam die Idee auf, ein Rennen auf der Mosel zu machen."
Nach und nach wurde das Rennen immer beliebter, die Zuschauerzahlen stiegen auf bis zu 20 000 Besucher in den 1980er Jahren, erinnert sich Hilgers. 1995 war das letzte Rennen, danach fanden sich keine Organisatoren mehr.Keine Zuschüsse



"Vor drei Jahren hatten wir die Idee, das Rennen wieder aufleben zu lassen", sagt Hilgers. Dabei konnte er sich auf die Hilfe eines Veteranen des Rennens verlassen. Denn Marco Feltgen, der damals das Rennen mitorganisiert hat und inzwischen 85 Jahre alt ist, ließ seine Kontakte spielen. "So konnten wir im vergangenen Jahr das Rennen wieder aufleben lassen", sagt Hilgers.
Die Premiere war erfolgreich, 8000 Besucher kamen zu dem zweitägigen Spektakel auf der Mosel, das 35 000 Euro gekostet hat. Hilgers musste sie aus eigener Tasche vorlegen.
Über fehlende Anmeldungen kann Hilgers nicht klagen. "Für dieses Jahr haben wir schon die Bude voll. Wir können keine zusätzlichen Fahrer mehr annehmen", sagt der Geschäftsmann und IT-Spezialist. Schon 200 Stunden hat er in die Organisation gesteckt. Über 50 Teams seien bereits angemeldet. "Die Zusammenarbeit mit der Stadt läuft super, und wir haben viele Freiwillige, die mithelfen", bemerkt Hilgers, der in diesem Jahr von etwa 42 000 Euro Kosten ausgeht.
Sie sollen durch den Verkauf von Getränken und Essen, Geld von Sponsoren und die Startgebühren der Fahrer wieder hereingewirtschaftet werden. Denn finanzielle Zuschüsse gibt es keine zu seinem Projekt, und der Eintritt ist kostenlos: "Wir stemmen das alles selbst, aber Stadt und Verbandsgemeinde unterstützen uns bei der Organisation. Das läuft super."Extra

Das Rennen wird in zwei Klassen ausgetragen. Boote der Formel 350 fahren insgesamt bis zu 170 Stundenkilometer schnell. Der Bootstyp Proprider oder auch Hydroplane besagt, dass das Boot bei Höchstgeschwindigkeit nur noch mit dem Propeller Kontakt zum Wasser hat. Der Rest gleitet auf einem Luftpolster über das Wasser. In der OSY 400 Klasse werden die Boote von 400 ccm Serienmotoren der Firma Yamato angetrieben. Die Boote sind ebenfalls Proprider und ähnlich konstruiert wie in der O-350. Auch hier liegt der Pilot beim Fahren, allerdings muss er mit dem Fuß keine Pedale bedienen. In der OSY-400 gibt es keine veränderbaren Auspuffe. Auch die Motoren sind vom Reglement her kaum veränderbar, nur die Propeller kann jeder individuell aussuchen. In dieser Klasse kommSt es also weniger auf die Technik als auf das fahrerische Können an. In dieser Einsteigerklasse können Teilnehmer ab 16 Jahre fahren. Die Geschwindigkeit liegt hier bei bis zu 110 Stundenkilometern. hpl