Mit allen Sinnen eintauchen

In der vollbesetzten Lorettahalle überzeugten sich 216 Weininteressierte vom aktuellen Weinjahrgang der Traben-Trarbacher Winzer. Schlagfertig und mit viel Fachwissen präsentierte die ehemalige Gebiets-Weinkönigin Katja Fehres 33 Proben der Doppelstadt.

Traben-Trarbach. Seit 23 Jahren veranstalten die Traben-Trarbacher Winzer ihre Jungweinprobe und jährlich kommen mehr Weininteressierte in die Lorettahalle. "Ich freue mich, dass ich den exzellenten Jahrgang 2007 präsentieren darf", freut sich Katja Fehres, ehemalige Moselgebietsweinkönigin. Schlagfertig, charmant und mit viel Fachwissen offerierte sie 33 Weine der Rebsorten Dornfelder, Schwarzriesling, Riesling oder Weißburgunder. Jeweils im Doppel- oder Dreierpack wurden die Weine präsentiert, um so einen adäquaten Vergleich zu bieten.Keine Chance für "Etikettentrinker"

Schnell kamen erste Diskussionen auf, spannend auch, wer der dazugehörige Winzer ist, denn diese wurden erst nach der jeweiligen Probe bekannt gegeben. Unvoreingenommen hatten die Weine so auch eine Chance bei "Etikettentrinkern". Der früher Austrieb mit einem Sommer im April brachte 2007 eine frühe Blüte. Nach einem kühlen Sommer konnten die Winzer gesundes Lesegut ernten, das knackige Weine mit frischem Aroma brachten.Der Nase bieten sich reife Aromen nach Birne, tropische Aromen oder eine Honignote, der Geschmack der klar ausgebauten, feinfruchtig, mineralischen Rieslinge mit einem ausgewogenen Süße- und Säure-Spiel ist dicht und komplex. "Herrlich, wunderbar, das können nur wir an der Mosel", freut sich Katja Fehres."Unsere Jungweinprobe bietet eine vorzügliche Gelegenheit, mit allen Sinnen einzutauchen", sagt Stadtweinkönigin Cora Kühn, "und jeder Wein ist für sich einfach klasse".Davon überzeugten sich 216 Weinfreunde in der Lorettahalle. Unter ihnen auch Dieter Müller aus Traben-Trarbach. "Ich will den Wein kennen lernen und den Unterschied zwischen Analyse und Sensorik feststellen."Katja Fehres stachelt in ihrer Moderation die Fantasie der Gäste an und nimmt sie mental mit auf eine Blumenwiese oder in den Kräutergarten."Der Genussfaktor steigt mit jeder Probe", gibt Bernd Pieper aus Traben-Trarbach gerne zu und widmet sich dem nächsten Wein.Mit Wein- und Moselliedern sorgte der Gefangenenchor Traben-Trarbach für die passende Begleitung. In seiner unverkennbaren Art gestaltete Günter Franz den Abend mit.Auch Winzerin Heike Kaeß ist mit Freude dabei. "Wir haben in der Gemeinschaft der Winzer eine positive Stimmung", sagt sie. Das empfindet auch Jörg Trossen, Vorsitzender des ausrichtenden Bauern- und Winzerverbands so. "Weil alle zusammen an einem Strang ziehen, konnten wir uns entwickeln und haben jetzt eine Qualität erreicht, von der die Gemeinschaft profitiert."