Fernsehen : Mit Barbara Philipp auf Zeitreise in die 1960er Jahre

Fernsehen : Mit Barbara Philipp auf Zeitreise in die 1960er Jahre

Die aus Wittlich stammende Schauspielerin ist an diesem Montag  in dem Dokudrama „Die Affäre Borgward“ zu sehen.

In einem großen, dunklen Straßenkreuzer sitzt eine elegante Dame mit Hut und Pelzmantel. Es ist Barbara Philipp als Elisabeth Borgward, und das schöne Auto, dass sie fährt, ist ein Borgward Hansa, von dem es nur noch zehn auf der ganzen Welt gibt. Mit ihm fährt sie durch Bremen, denn dort spielt die Firmen- und Lebensgeschichte der Borgwards.

„Ende der 1950er Jahre, Anfang der 1960er gehörte die Autofirma Borgward zu den größten und wichtigsten Autofirmen der Welt. Es war ein tolles Gefühl, eines dieser Autos zu fahren“, erzählt die Schauspielerin. Dabei haben ihr weder die Maße des Autos, noch das große Lenkrad etwas ausgemacht. Sie hat sogar ein Lob für ihren Fahrstil bekommen, den der Borgward ohne Blechschäden überstanden hat. Sie berichtet: „Mein Filmpartner Thomas Thieme meinte sogar, dass ich besser Auto fahren würde als er.“ Wer sich einmal einen solchen Wagen im Original ansehen möchte, hat dazu in Bernkastel-Kues Gelegenheit. Im Automuseum „Zylinderhaus“, ist einer zu sehen (siehe auch der Bericht „Alt, aber keine Auslaufmodelle“ auf Seite 11).

Im Film spielt Thomas Thieme den Firmenchef Carl Borgward, der das Unternehmen gegründet und zu einem Weltkonzern geführt hat. Bis zu 20 000 Mitarbeiter hatte Borgward in Bremen und war der größte Arbeitgeber der Stadt. Als er in finanzielle Schwierigkeiten ge­riet, hat er den Bremer Senat unter Druck gesetzt mit den Worten: „Wenn ich pleite gehe, dann geht ihr mit.“

Die ruppige Art des Kohlenhändlersohns aus Hamburg mit seiner Frau Elisabeth verkörpern Thieme und Philipp. „Sie war die elegante Bremerin, die sich auf dem dortigen Parkett bewegen konnte, und im Hintergrund alles zusammengehalten hat, während er mit viel Fleiß und einer dominanten Art die Firma leitete“, sagt die Darstellerin weiter.

Für Barbara Philipp waren die Dreharbeiten ziemlich anstrengend, denn es wurde bei minus 15 Grad in Bremen gedreht. „Bei dieser Kälte war es natürlich nicht leicht, eine ausdrucksstarke Mimik zu spielen, wenn einem fast das Gesicht eingefroren ist.“ Viel Spaß hat ihr die Zeitreise in die 1950/1960er Jahre gemacht.

„Der 1960er-Jahre-Look war toll, eine resolute Frauenpersönlichkeit darzustellen, die Autos Hansa, Arabella, Isabella zu fahren und mit Thomas Thieme, einem gestandenen Schauspielkollegen, zusammenzuarbeiten, das war etwas ganz Besonderes“, sagt die gebürtige Wittlicherin, die jetzt Ehrenmitglied im Borgward-Club ist.

Die 1950er Jahre spielen in einem weiteren Projekt, bei dem Barbara Philipp mitwirkt, eine wichtige Rolle. Bei der Gesangsformation Schall und Rauch ist das aktuelle Programm „Made in Germany“, auf diese Zeit ausgerichtet. Sie berichtet: „Die Lieder spiegeln den Zeitgeist wider, die Sehnsucht nach der Ferne, Rock’n’Roll.“

Weiterhin ist sie im Tatort am 17. Februar als Magda Wächter, Kollegin des Kommissars Felix Murot, zu sehen. Der Titel ist „Murot und das Murmeltier.“ Dazu verrät sie: „Es ist wieder ein sehr eigener Tatort, und ich bin gespannt, wie er bei den Zuschauern ankommt.“

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