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Mit dem Bau einer neuen Halle soll sich die Produktionsfläche am Standort Wittlich verdoppeln.

Wirtschaft : Große Halle für große Pizzen

Der Lebensmittelhersteller Dr. Oetker hat seine Produktionsfläche am Standort Wittlich mal so eben verdoppelt. Von außen sehen die gigantischen Hallen schon beinahe fertig aus. Was ist und wird da gebacken? Der TV fragt nach.

Das größte Werk des Lebensmittelherstellers Dr. Oetker, das nicht am Stammsitz des Unternehmens in Bielefeld, sondern  in Wittlich-Wengerohr steht, ist in den vergangenen Monaten nochmal deutlich größer geworden. Seit Ende 2019 laufen dort die Bauarbeiten an einem gigantisch anmutenden Produktionsgebäude, das von außen betrachtet so gut wie fertig aussieht. Was hat das Unternehmen in der 7500 Quadratmeter großen Produktionshalle, mit der die Produktionsfläche am Standort Wittlich mal so eben verdoppelt werden soll, denn vor? Der TV hat bei Dr. Oetker nachgefragt. Die Pressestelle erklärt zunächst, was ja noch streng geheim ist, wie man sich die gigantische Halle von innen vorstellen darf:

„Es handelt sich um eine klassische Produktionshalle, in dem die Beleg- und Verpackungsbereiche voneinander getrennt sind. Die Halle verfügt über zwei Geschosse plus ein halbes Kellergeschoss im Bereich des Backens.“ Und was wird dort gebacken?  „Die neuen Kapazitäten werden insbesondere für die Herstellung des Sortiments ‚La Mia Grande’ verwendet.“ Es geht also um die mit einem Durchmesser von rund 28 Zentimetern größte, von Hand „ausgeformte“ und auf Stein vorgebackene Pizza von Dr. Oetker. „Ziel der aktuellen Baumaßnahme ist eine Erweiterung unserer Produktionskapazitäten, die der positiven Entwicklung des Pizzageschäfts Rechnung trägt“, erklärt die Pressestelle dazu. Dazu beigetragen habe insbesondere die „La Mia Grande“, die sich gut am Markt etabliert und Oetkers Position als Tiefkühlpizza-Marktführer gestärkt habe. In der Produktionshalle solle eine Produktionslinie mit Maschinen für die Pizzaherstellung aufgebaut werden. Das umfasse Anlagen für die Teigbereitung, Beleg­anlagen, Backanlagen sowie Verpackungsmaschinen.

Wie Werksleiter Hans-Dieter Husch auf der jüngsten Bürgerversammlung in Wengerohr – dort ging es um das Thema Hochregallager (unsere Zeitung berichtete) – erklärte, müsse das Unternehmen seine Leistung steigern. „Sonst bleiben wir nicht wettbewerbsfähig.“ Wenn man schlafe und nicht aktiv am Markt agiere, sei das schlecht. Der Markt sei etwas gesättigt, sagt Husch, und man schieße nicht mehr mit allen neuen Produkten sofort durch die Decke. „Aber wir müssen spannend bleiben. Deshalb sind wir immer auf der Suche nach Innovationen.“ Daneben brauche es mehr Artikel und ein breiteres Sortiment. Mit der Produktionssteigerung wolle man sich weiter entwickeln, denn die Konkurrenz schlafe nicht. Insbesondere ein Mitbewerber mache Oetker da Sorge, sagte Husch, ohne dabei Namen zu nennen. Mit den Investitionen in die neue Produktionshalle sowie auch dem geplanten Hochregallager wolle Dr. Oetker den Standort Wittlich für die Zukunft sichern. Das Bauwerk werde in den kommenden Monaten fertiggestellt, erklärt die Pressestelle. „Im Anschluss starten wir umgehend mit der Testproduktion. Aktuell bauen wir im Bereich des Backens bereits die Verfahrenstechnik auf. Im Bereich des Verpackens muss noch der Baukörper verschlossen werden.“

Expansionspläne in der Belinger Straße: Gleich neben dem bestehenden Werk hat Dr. Oetker Flächen hinzugekauft. Dort soll ein 47 Meter hohes Hochregallager entstehen (Unsere Zeitung berichtete mehrfach). Foto: TV/Christian Moeris

Die Produktionslinie solle, wie Husch erklärt, im Zwei-Schicht-System gefahren werden. Dr. Oetker stelle im Zuge der Standorterweiterung etwa 100 bis 120 neue Mitarbeiter ein. Aktuell sind am Dr. Oetker Standort in Wittlich rund 1400 Personen beschäftigt.