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Landwirtschaft: Mit dem Huhn aufs Siegertreppchen

Landwirtschaft : Mit dem Huhn aufs Siegertreppchen

Junger Hunsrücker wird in Berlin zum Blogger des Jahres in der Kategorie Heimat gekürt.

Seine Beiträge tragen Überschriften wie „Lasst uns über das Töten reden“, befassen sich mit Themen wie der Homosexualität in der Landwirtschaft, wollen den Lesern eine kleine Hilfe beim Milchkauf liefern oder geben die Gedanken des Autors im Hinblick auf Massentierhaltung wieder. Mit seinem Blog (http://blog.hofhuhn.de), einer Art öffentlich geführtes Tagebuch im Internet, der den Namen „Hofhuhn“ trägt, hat es Ingmar Jaschok vom Bornwiesenhof in Wilzenberg-Hußweiler (Kreis Birkenfeld) inzwischen zu einer gewissen Berühmtheit gebracht.

Und nun ist der Blog sogar preisgekrönt: Diese Woche wurde der 28-jährige Landwirt aus dem Kreis Birkenfeld in Berlin mit dem Goldenen Blogger Award in der Kategorie „Bester Heimatblog des Jahres“ ausgezeichnet.

Jaschok arbeitet auf dem von seinen Eltern Andreas und Meike sowie seinem Bruder Kaspar Jaschok geleiteten Bornwiesenhof im Schwollbachtal, einem Vorzeigebetrieb in Sachen ökologischer Landwirtschaft mit Demeter-Standard.

Anerkennung und viele positiven Rückmeldungen, die er wegen seiner Einblicke in die Landwirtschaft von vielen anderen Lesern – er hat zum Beispiel bei Instagram inzwischen schon fast 2800 Abonnenten – zu hören bekommt, freuen Jaschok natürlich sehr. Wenn er kein Landwirt geworden wäre, dann hätte er sich vermutlich einen Job im journalistischen Bereich gesucht. „Das Bedürfnis zu schreiben und damit Themen, die mich beschäftigen, in die aus meiner Sicht richtige Perspektive zu rücken, hatte ich eigentlich schon immer“, sagt der 28-Jährige.

Vor einigen Monaten ist er wieder auf den heimatlichen Bornwiesenhof zurückgekehrt. Zuvor hat  Jaschok  eine Zeit lang in Schweden gelebt und gearbeitet, in Kiel ein Studium begonnen und zum Schluss noch einige Monate in einem Demeter-Betrieb in der Nähe von Flensburg weitere Berufserfahrung gesammelt.

Seine ersten „Hofhuhn“-Beiträge hat er schon vor einem Jahr, also noch vor seinem Umzug zurück nach Wilzenberg-Hußweiler, verfasst. Beim Blick auf diese oft sehr ausführlichen Artikel wird schnell klar: Stromlinienförmigkeit ist nicht Ingmar Jaschoks Sache. Mit seinen Standpunkten, die in seinen Blogbeiträgen bei unterschiedlichsten landwirtschaftlichen Themen vertritt, wird er in vielen Fällen nicht auf ungeteilte Zustimmung in dieser Berufsbranche stoßen und mitunter sogar heftig anecken.

Dabei sieht sich der Landwirt  gar nicht als Revoluzzer. Ihm ist nämlich folgende Feststellung wichtig: „Die ökologische Landwirtschaft ist die Form von Landwirtschaft, die ich mir wünsche und aus voller Überzeugung betreibe. Ich gehe aber nicht mit erhobenem Zeigefinger herum und sage, dass andere Formen schlechter sind. Denn auch die konventionell tätigen Bauern sind meine Freunde und Kollegen.“