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Mit dem Jahreskalender „Weinstadt Bernkastel-Kues 2021“ beschließt Günter Baum seine Kunstkalenderreihe – doch malen wird er selbstverständlich weiterhin

Kunst : Malen als Lebensaufgabe

Mit dem Jahreskalender „Weinstadt Bernkastel-Kues 2021“ beschließt Günter Baum seine Kunstkalenderreihe – doch malen wird er selbstverständlich weiterhin. Bislang hat er über 2500 Bilder geschaffen.

Blumen, Landschaften und Ortsansichten sind seine große Leidenschaft. Vor allem aber die Mosel, die Günter Baum (80) als „mein Schicksal“ bezeichnet. Zwischen Trier und Winningen schaute sich der Kröver Kunstmaler wohl in jedem Ort nach malerischen Motiven um. Und die sind nicht etwa nur als größere Gemälde erhältlich, sondern oft auch als Schmuckkarten. Vor allem aber stellte Baum mit seinen Arbeiten  Kunstkalender für Städte und Dörfer entlang des Flusses zusammen. Die gefragte Serie beschließt er nun – nach 13 Jahren – mit dem Jahreskalender 2021 der „Weinstadt Bernkastel-Kues“. Neben zwölf Stadtansichten, je Monat ein Motiv, enthält er als kleines Dankeschön einige weitere Gemälde.

 Arbeiten des aus Wehlen stammenden Künstlers haben nicht nur in der Region, sondern weit darüber hinaus ihre Liebhaber. Zahllose Ausstellungen dokumentierten die große Bandbreite seines Schaffens. Von ersten Bleistiftzeichnungen, die er schon als Kind anfertigte, über Kohle und Öl bis zur inzwischen von ihm favorisierten Aquarellmalerei. Als er diese Technik für sich entdeckte, ließ er alle anderen bleiben: „Das war für mich das Optimalste“. Rückblickend auf sein Lebenswerk, schätzt Baum allein die Zahl seiner größeren Bilder auf etwa 2500. Neben Landschaften und Stilleben hat er auch immer mal wieder Porträts gemalt.

 Dabei konnte er nur in seiner knappen Freizeit malen. Er habe ja immer gearbeitet, fast 50 Jahre lang.

Erst im erlernten Beruf als Bäcker und Konditor und danach etwa 40 Jahre als Fernfahrer. Als Rentner weiß es der Autodidakt daher sehr zu schätzen, dass er nun deutlich mehr Zeit für seine Berufung hat. Denn jahrzehntelang konnte er oft nur an Wochenenden malen - oder im Urlaub, wovon beispielsweise Gemälde aus dem Schwarzwald zeugen.  Nun hat er viel mehr Zeit für seine Passion. Dabei war das Malen seit seinem sechsten Lebensjahr nicht mehr aus seinem Leben weg zu denken.

Ein früher Nachweis seines Könnens  sind Motive aus Wehlen im Auftrag seines Lehrers, der an einer Ortschronik arbeitete. Abgesehen von seiner Familie, seiner Frau und den beiden Söhnen, die für ihn an oberster Stelle stehen, sei das Malen wohl das, „was mich am meisten interessiert hat im Leben“. Es habe ihn auch immer auf andere Gedanken gebracht.

 Entscheidend geprägt hat den seit 1964 in Kröv lebenden Maler der Tod zweier älterer Brüder, die in der Mosel ertranken. Auch deshalb bezeichnet er den Fluss als sein Schicksal, wie auch eine autobiografische Lebensgeschichte von 2003 titelt.

 Bücher wie dieses, vor allem aber auch  Fachbücher, hat er  herausgebracht - und das in hoher Zahl.

Säuberlich aufgereiht stehen sie in seinem Arbeitszimmer, neben Dutzenden kleinerer wie größerer Alben mit Fotos von Baums Gemälden. In ihnen sind alle seine Arbeiten, oft mit verschiedenen Ansichten, aber immer sorgfältig sortiert nach Jahren und Orten, zu finden.  Lange  nach einem Motiv suchen muss Baum nie. Auch nicht am Computer, an dem er Fotos mit Motiven, die er malen möchte, vergrößert und Bilder für Bücher, Karten und in Handarbeit hergestellte Kalender druckt.