Mit dem Schutzengel auf Tour

MORSCHEID. Viele Motorradfahrer hoffen bei ihren Touren auf einen Schutzengel. Bei der zweiten Motorradsegnung in Morscheid bat Vikar Thomas Kremer um göttlichen Beistand für die "Einheit Mensch-Maschine" auf all ihren gemeinsamen Wegen.

Bei der zweiten Auflage ist es bereits Tradition, sich als engagierter Motorradfahrer in Morscheid zu treffen. Die Biker kennen sich. Man nimmt nicht nur Gottes Segen entgegen, sondern tauscht danach auch noch ein paar Erfahrungen und technische Daten aus. Fest auf dem Plan des Tages steht eine "Balkantour" und ein lockeres Zusammensein. Roland Lipp aus Morscheid beispielsweise ist 56 Jahre alt und hat vor zehn Jahren mit dem Motorradfahren begonnen. "Mit diesem Segen bin ich immer unfallfrei gefahren", sagt der praktizierende Christ. Heinz- Peter Blasius gehört mit 35 Jahren der etwas jüngeren Generation an. Er zeigte seinem achtjährigen Sohn Niko, was es mit der Segnung der Maschinen auf sich hat. Beide glauben fest, dass es hilft. Seine eigene Geländemaschine hatte der achtjährige Mike Schuh dabei. Er darf allerdings nur in Begleitung seines Vaters Guido auf einer öffentlichen Straße fahren. Beide erhoffen sich vom Segen, "dass alles immer gut geht". Man könnte schon daran glauben, denn vor dem Biker-Gottesdienst von Vikar Kremer regnete es noch. Danach schien jedoch die Sonne vom strahlend blauen Himmel. Die Idee der Motorradsegnung sei aus der Pfarrgemeinde an ihn herangetragen worden, erklärte der Geistliche. Kremer selbst fährt kein Motorrad. Den Sinn der Kulthandlung sieht er in der Fürbitte für unfallfreies Fahren und mehr Rücksichtnahme im Straßenverkehr. "Der Segen gilt der Einheit von Mensch und Maschine", erläuterte Kremer in seiner Predigt, macht aber gleichzeitig deutlich: "Hier wird kein Gerät verzaubert". "Es geht um die sehr reale Überlegung, dass Gott uns auf allen Wegen begleitet, egal mit wie viel PS." In die Predigt eingebracht wurde auch der Gedanke des Schutzengels, denn wer hat nicht schon einmal erlebt, dass eine Situation gefährlich wurde und nur durch höheren Beistand glimpflich endete.