| 16:11 Uhr

Mit der App zum Traben-Trarbacher Wein-Nachts-Markt Parkplätze und Keller finden

FOTO: Klaus Kimmling
Traben-Trarbach. Parkplätze voll, Keller überfüllt: Das ist beim Wein-Nachts-Markt in Traben-Trarbach keine Seltenheit. Denn die Besucher wollen in die Unterwelt eintauchen. Mit einer speziellen App sollen die Ströme besser gelenkt werden. Clemens Beckmann

Wenn die Tage kurz sind, ruft in Traben seit einigen Jahren die Unterwelt. Dort geht es aber ganz irdisch und harmlos zu. Es kann allerdings sehr voll werden. Mehrere große Keller, die vom Reichtum der Stadt zu Anfang des 20. Jahrhunderts zeugen, stehen dann im Mittelpunkt des Wein-Nachts-Marktes.

In diesem Jahr ist das an den Wochenenden (freitags bis sonntags) ab dem 25. November und dann noch einmal täglich (außer Heilig Abend und dem 1. Weihnachtstag) vom 22. Dezember bis zum 3. Januar. Und weil sich diese Veranstaltung zu einem Renner entwickelt hat, gehört es zum Alltag, dass die Parkplätze voll sind oder nicht gefunden werden und auch die Keller an die Grenzen ihrer Aufnahmekapazität kommen.

Besserung soll eine Weihnachts-App bringen. Besucher können sie auf ihrem Smartphone installieren. Der Stadtrat hat den Auftrag zur Herstellung für 21600 Euro vergeben. Die CDU-Fraktion stimmte dagegen. Nicht aus grundsätzlichen Erwägungen sondern wegen der Kosten.

Im Vorfeld sei gesagt worden, dass der Preis bei 20000 Euro liegen müsse, um Fördermittel bekommen zu können, sagte Jörg Trossen. Ihm erscheine der Betrag aber zu hoch. Zweifel meldete auch Britta Seebach (Grüne) an. Von anderen Ratsmitgliedern hieß es, dass die Summe nicht zu hoch sondern eher niedrig sei.

Aus dem Topf der Lokalen Arbeitsgruppe (LAG) Mosel werde das Projekt mit 60 Prozent gefördert, sagt Stadtbürgermeister Patrice Langer auf Anfrage des TV. Das sei der Höchstsatz. "Weil die Weihnachts-App so innovativ ist", erläutert er.

Den Besuchern des Marktes soll sie gleich in mehrfacher Hinsicht nützlich sein. Als Wegweiser zu freien Parkplätzen und den Kellern - und zwar zu denen, in denen es dann noch genug Platz gibt.

Kann die App auch in den Kellern genutzt werden? "Offline ja", sagt Hannelore Reuter-George, die dem zuständigen Ausschuss angehört. Allgemeine Hinweise über Keller und Stände könnten abgerufen werden. Mehr müsse aber auch nicht sein. Tenor im Stadtrat: "Wir wollen nicht, dass die Leute in den Kellern auf ihr Smartphone starren."

Klar ist: Die App muss ständig aktualisiert werden, um sich ändernden Situationen Rechnung zu tragen. Dafür zuständig sind Mitarbeiter der Tourist-Information. "Schaffen die das? Ist das ein zeitlicher Mehraufwand", fragt Britta Seebach. "Man erhofft sich sogar eine Erleichterung", antwortet SPD-Fraktionssprecher Gerd Huesgen. Eine Einschätzung von Tourismuschefin Wiebke Pfitzmann ist derzeit nicht möglich. Sie weilt im Urlaub.

Längst nicht jeder wird die App nutzen. Es werde weiter Leute geben, die etwas hilflos unterwegs seien, sagt der Stadtbürgermeister. Deswegen werde es auch weiter die Damen und Herren in den roten Jacken geben, die als lebende Informationsgeber fungieren. Meinung

Hilfe gegen drohendes Chaos

Clemens Beckmann

Der Traben-Trarbacher Wein-Nachts-Markt ist ein Erfolgsmodell. Dabei gibt es ihn erst seit ein paar Jahren. Und er wird sicherlich noch größer werden. Die aufkommenden Klagen - kein Parkleitsystem, überfüllte Keller - gehören in die Kategorie "Luxusprobleme". Die Stadt wird von Besuchern überrannt. Es sollte aber tunlichst kein Chaos entstehen. Die App kann dabei helfen. Wichtigste Aufgabe wird es nun sein, den Leuten klar zu machen, dass es sie gibt.