Mit der Geister-Oma zum Sieg im Kreisentscheid

Schüler der IGS Morbach gewinnt Vorlesewettbewerb : Mit der Geister-Oma zum Sieg im Kreisentscheid

Der beste Vorleser des Kreises Bernkastel-Wittlich heißt Jakob Roth und besucht die IGS Morbach. Er setzt sich gegen 13 andere Sechstklässler durch – trotz Nachteil.

„Hilfe!“, ruft Max Brautlecht. Die Zuhörer im Raum erstarren und hängen gebannt an seinen Lippen. Doch keine Angst, Max braucht nicht wirklich Hilfe. Er spielt lediglich eine Rolle, liest aus einem Buch. Dennoch nimmt er die Zuschauer mit seinem Lesestil mit in die Lektüre und weckt die Vorstellungskraft in ihren Köpfen. Max besucht die sechste Klasse, beim Kreisentscheid des Vorlesewettbewerbes liest er aus einem echten Klassiker: „TKKG – Hexenjagd in Lerchenbach“.

Max ist nicht alleine. Gegen ihn sind beim Wettbewerb am Montag in der Stadtbücherei Wittlich 13 andere Sechstklässler aus dem Kreis Bernkastel-Wittlich angetreten. Und auch wenn Max die Zuschauer in seinen Bann reißt, geht der Titel nicht an ihn.

Jemand ist besser. Dieser Jemand kommt aus dem Hunsrück. Jakob Roth von der IGS Morbach wird von der Jury zum Kreissieger gekürt. Seine Siegergeschichte ist „Max und die wilde 7 – Die Geister-Oma“. Dabei hat Jakob einen kleinen Nachteil, denn er muss gleich als erstes auftreten. Aus seinem selbst gewählten Buch – der Geister-Oma – liest er einen dreiminütigen Ausschnitt. Danach muss er zwei Minuten aus einem Text lesen, den er vorher nie gesehen hat.

Als Fremdtext haben die Veranstalter „Jack Tyler und das Grab der Smaragdschlange“ von Rob Lloyd Jones ausgewählt. Eine Geschichte, die vor Fremdwörtern und englischen Begriffen nur so strotzt. Für Jakob ist das kein Problem, er liest gekonnt und nahezu fehlerfrei Zeile für Zeile aus dem ihm unbekannten Buch. Sein stimmungsvoller Lesestil und die sehr gute Betonung überzeugen die Juroren. Er erzeugt einen Film vor den Augen der Zuschauer.

„Joaaa“, antwortet der Sechstklässler bei der Siegerehrung in aller Seelenruhe auf die Frage von Maria Bernard von der Kreisverwaltung auf die Frage, ob er aufgeregt gewesen sei. Auch die Frage nach der Anstrengung knöpft ihm nur ein kurzes „Joa“ ab. Wenn Aufregung vorhanden war, dann sollte Jakob Roth diese ablegen, denn der Kreisentscheid soll nur der Anfang seiner Vorlesereise gewesen sein.

Als nächstes darf der Sechstklässler beim Bezirksentscheid antreten. Sollte er diesen gewinnen, dann winken der Landes- und schließlich der Bundesentscheid in Berlin. Doch auch wenn Jakob gewonnen hat, geht niemand der allesamt exzellenten Leser mit leeren Händen nach Hause: Alle erhalten eine Tüte mit Büchern. Jakob als Sieger wird mit einem Buchgutschein belohnt.

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