Mit der Wingertsmetro zum Bikepark

Mit der Wingertsmetro zum Bikepark

Seit eineinhalb Jahren wird über das Projekt Erhalt des Starkenburger Hangs gesprochen. Im März 2006 wurden erste Ideen vorgestellt, wie dieses kulturgeschichtliche und landschaftliche Kleinod erhalten und vermarktet werden kann. Am Dienstag hat sich eine Projektgruppe gegründet, die konkrete Vorschläge erarbeiten soll.

Starkenburg. (sim) Für die Verbandsgemeinde Traben-Trarbach, die Stadt Traben-Trarbach und die Ortsgemeinden Enkirch und Starkenburg ist es ein zukunftsweisendes Projekt. Es geht um die Schaffung eines weinbaulichen und weintouristischen Entwicklungskonzepts für den Weinbergshang zwischen Enkirch, Starkenburg und Traben-Trarbach. In Bremm/Eller hat man es geschafft, den "Bremmer Calmont" mit seinem "alpinen Klettersteig" zu einem Touristenmagneten zu machen. Jedes Jahr steigen rund 40 000 schwindelfreie Wanderer in den Calmont. Bremm und Ediger-Eller profitieren in hohem Maße vom Klettersteig. Keinen Klettersteig will man im Starkenburger Hang schaffen, dafür etwas anderes, ebenfalls Einmaliges. Priorität dabei hat aber der Erhalt des Weinbaus im Hang. Einst wurden dort 36 Hektar Rebfläche bewirtschaftet, heute sind es nur noch 16. Mit im Boot der Projektgruppe sitzen daher Winzer, die sich für den Erhalt dieser Top-Steillagen einsetzen. Weitere Mitglieder sind Vertreter der Verbandsgemeinde, der Ortsgemeinden, der Stadt, der Gastronomen, der Touristiker und des Vereins Traben-Trarbach Aktiv (TTA). Berg ist in viele sehr kleine Parzellen zersplittert

Die Federführung hat das Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR), es kümmert sich in erster Linie um eine notwendige Bodenneuordnung, denn der Berg ist in viele sehr kleine Parzellen zersplittert. Ferner muss das DLR Fördergelder locker machen, die zum Teil aus Flurbereinigungsmitteln und Mitteln der Leader+-Förderung stammen. Für Heinz Wagner, Ortsbürgermeister von Starkenburg, ist klar: "Wir müssen etwas schaffen, was andere nicht haben." Das sieht Achim Nehrenberg, Leiter der Tourist-Information Traben-Trarbach, genauso. Ihm schwebt vor, im Hang eine "Wingertsmetro" zu bauen, die die Winzer zur Bewirtschaftung ihrer Weinberge nutzen können, die aber auch Mountainbiker mit ihren Rädern auf den Bergkamm bringt. Von dort geht es dann über mehrere Strecken bergab. Nehrenberg denkt sogar an einen "Bikepark", analog zu Skiarenen in den Alpen. Nehrenberg: "Damit könnten wir eine Infrastruktur für eine hochinteressante Zielgruppe schaffen." Nehrenberg geht es auch darum, "den Berg ins Gespräch zu bringen", um möglichst viele Touristen anzulocken. Andere touristische Vermarktungsmöglichkeiten sind die Nutzung der vielen Weinbergshäuschen und Pfade, die sich im Hang befinden. Saniert und eventuell neu aufgebaut, könnten sie eine Touristenattraktion darstellen. Die Gäste wandern von Häuschen zu Häuschen, genießen die fantastische Aussicht und werden hier und da verköstigt. Das sind alles Vorschläge, die nun konkretisiert werden müssen. Lothar Helfgen, Abteilungsleiter Landentwicklung beim DLR, hat die Projektgruppe für den 11. September zur nächsten Sitzung eingeladen. Und Helfgen hofft, dass bis Ostern kommenden Jahres eine fertige Projektliste vorliegt, die dann in den Räten der Gemeinden, der Stadt und der VG vorgestellt werden. Laufe alles nach Plan, so Helfgen, könnte nach dem Herbst 2008 das Projekt, wie immer es auch aussehen wird, realisiert werden.