Mit dickem Ideenkatalog nach Mainz

Mit dickem Ideenkatalog nach Mainz

Der Stadtrat Traben-Trarbach hat dem Integrierten Stadtentwicklungskonzept zugestimmt. Es soll nun im Mainzer Wirtschaftsministerium vorgestellt werden. Die Stadt erhofft sich als Ausgleich für den Abzug der Bundeswehr Fördergeld, um erste Schritte in Angriff nehmen zu können.

Traben-Trarbach. (sim) Die Fraktionen sind sich grundsätzlich einig: Das vom Frankfurter Planungsbüro Albert Speer & Partner erarbeitete Integrierte Stadtentwicklungskonzept (Insek) sei eine wichtige Grundlage für künftige Entscheidungen des Stadtrats.

Das Insek war bereits in einem Bürgerforum Mitte Dezember vorgestellt worden und stieß durchweg auf Zustimmung. Das 182-Seiten-Werk beinhaltet unter anderem Vorschläge für die Lenkung der Verkehrsströme sowie Entwicklungskonzepte für das Moselufer, die Innenstädte von Traben und Trarbach, das Kautenbachtal und den Mont Royal. Abschließend listet das Insek, das einen Handlungsrahmen für die Entwicklung der Stadt bis 2025 vorgibt, Vorhaben auf, die vorrangig umgesetzt werden sollten (der TV berichtete).

Es ist noch aus einem anderen Grund wichtig. Das Land hat versprochen, die Folgen der für Ende 2011 vorgesehenen Schließung des Amtes für Geoinformationswesen der Bundeswehr auszugleichen. Bevor aber über konkrete Förderprojekte entschieden werde, müsse die Stadt ein Entwicklungskonzept vorlegen.

Stadtbürgermeisterin Heide Pönnighaus: "Wir haben nun belastbare Zahlen und neue Erkenntnisse. Unser Ziel muss es sein, Prioritäten zu setzen. Es gibt nun Gesprächsbedarf mit dem Wirtschaftsministerium."

Wenn auch alle Fraktionen das Konzept grundsätzlich begrüßen, waren in einigen Redebeiträgen doch Meinungsverschiedenheiten herauszuhören. Mit Blick auf die SPD-Fraktion sagte CDU-Sprecherin Jutta Schneider: "Mich hat erstaunt, dass einige die gutachterlichen Fähigkeiten des Planungsbüros in Zweifel ziehen, weil nicht das herausgekommen ist, was man sich erwartet hatte."

Damit zielte sie unter anderem auf die seit vielen Jahren von der SPD-Fraktion erhobene Forderung, die Brückenstraße in Trarbach in der Feriensaison an allen Tagen als Fußgängerzone auszuweisen. Die Planer hatten zunächst das Thema Brückenstraße nicht berücksichtigt und erst nach mehrmaliger Aufforderung dazu Stellung genommen. Die Planer kommen zu dem Ergebnis, dass es "keine zwingende Notwendigkeit gebe, die Brückenstraße in eine Fußgängerzone umzugestalten". Außerhalb der Saison sowie während der Woche in der Saison "sei nur eine geringe Passantenfrequenz sichtbar".

SPD-Sprecher Hajo Weinmann sagte gegenüber dem TV, dass er sich in diesem Punkt von den Planern mehr erwartet habe. Man sei so ratlos wie bereits zuvor. Der jetzige Zustand sei sehr unbefriedigend. Das Thema Fußgängerzone Brückenstraße werde die SPD weiterhin im Stadtrat thematisieren.