Mit einem Lächeln nach Hause

MORBACH. (urs) Vor 300 Besuchern präsentierten das Salonorchester des Prager Rundfunk-Sinfonie-Orchesters mit Johann Strauß Ballett und Solisten ein beschwingtes Konzert aus der Zeit von Johann Strauß Junior.

Das Lächeln, mit dem die gut 300 Gäste der Johann Strauß Gala den Nachhauseweg antraten, sprach für sich. "Spitze, das war wunderschön", schwärmte Ingrid Ballmann beim Verlassen des Festsaals der Baldenauhalle. Die Trittenheimerin, die bedauerte, sich für den Besuch von Operetten meist zu wenig Zeit zu nehmen, war aber nicht allein von den Melodien fasziniert. Beeindruckt hatten sie an dem vom Trierischen Volksfreund präsentierten Konzert die gesanglichen Leistungen wie die Auftritte des Balletts, eines Ensembles der Prager Staatsoper. "Diese Grazie der Damen - das ist super, ganz toll", kommentierte sie anerkennend. Auch das Streichensemble, ein Salonorchester aus Mitgliedern des Rundfunk-Sinfonie-Orchesters Prag, habe das sehr gut gemacht. Aufmerksam gemacht auf diese Gala, die sich dem umfangreichen Werk des Operettenkomponisten (1825 bis 1899) widmete, hatten sie Schwiegertochter Hjördis und Sohn Harald, die ebenfalls den Abend in Morbach genossen. Geboten wurde ein Querschnitt der bekanntesten Melodien aus "Der Zigeunerbaron", "Eine Nacht in Venedig", "Wienerblut" und "Die Fledermaus". In prächtigen Kostümen entführten die von den Tänzern des Johann Strauß Balletts unterstützten Solisten - Mario Papian, Patricia Rosenberg und Eva Pauli - in die Zeit rauschender Walzerfeste. Und das mit professioneller Besetzung. Pauli etwa singt am Nationaltheater Prag. Tenor Papian, dessen Gesang das Publikum teilweise unaufgefordert mit Klatschen begleitete, gastierte an Opern- und Konzerthäusern in Deutschland, Dänemark und Israel. Rita und Ernst Krümpelbeck fanden die Kombination aus Orchestermusik, Gesang und Tanz gelungen. "Das ist meine Musik", freute sich die Morbacherin. Ehemann Ernst hatte derweil mehr ein Auge für Ballett und Solisten. "Die Musik hört man ja sowieso", meinte er schmunzelnd. Rosemarie Gauer lobte die Moderation von Matthias König. "Der ist lustig, spitzenmäßig", kommentierte die Morbacherin die Einlagen, mit denen König zwar kurz, aber unterhaltsam durch das Programm führte. Nach zwei Zugaben, darunter ein schwungvoller Cancan, bedankte sich das Publikum bei den Akteuren mit stehendem Applaus.In Morbach eher Volksmusik gefragt?

Eine Anerkennung, die bei Operetten gar nicht so einfach zu bekommen ist, wie Veranstalter Klaus Wünsch zufrieden resümmiert. Die Besucherzahl von gut 300 bezeichnete er als "ein gutes Ergebnis in der heutigen Zeit", obwohl er anderenorts 500 bis 600 Zuschauer zu verzeichnen habe. Seiner Vermutung nach ist im Raum Morbach eher Volksmusik oder "was leichteres" gefragt. Dennoch will Wünsch im kommenden Jahr einen ähnlichen Versuch starten: "Vielleicht ist das ja eine Aufbausache." Dass in einigen Ankündigungen von einem Sinfonie-Orchester die Rede war, wie einige Besucher sich angesichts des kleineren Ensembles wunderten, liegt laut Wünsch an den jeweiligen Räumlichkeiten. Im Laufe der Tournee spiele mal das komplette Orchester, mal lediglich ein Salonorchester. Er findet das kleinere Ensemble für eine Strauß Gala passender: "So wie es der Johann Strauß auch gemacht hat."