Mit Gott an ihrer Seite

Seltenes Jubiläum im Kloster Springersbach: Fünf Karmeliterpater haben dort in einer feierlichen Messe ihr 50. Ordensjubiläum gefeiert.

Springerisbach. Die Karmeliterpater Augustinus, Eduard, Elias, Eucharius, Karl und Rigobert haben am 29. September 1962 ihre Profess gefeiert. Der Begriff kommt aus dem Lateinischen und ist das öffentliche Versprechen eines Anwärters (Noviziat), in einer christlichen Ordensgemeinschaft zu leben. Jetzt haben fünf von ihnen das goldene Profess in einer Messe gefeiert.
Weihrauch lag in der Luft der gut besuchten Klosterkirche, deren Inneres durch die Pracht und Ausstattung und die beeindruckenden, kunstvoll gestalteten Deckenfresken beeindruckt. Im geschnitztes Chorgestühl aus dem 18. Jahrhundert saßen Freunde und Familie der Professjubilare.
Den Festgottesdienst zelebrierte Provinzial Dieter Lankes mit Pater Theo und Pater Ludwig soweie den Jubilaren. Musikalisch wurde er von der Chorgemeinschaft Bengel unter der Leitung Karl Laas gestaltet.
Der Karmeliterorden ist ein Bettelorden, eine Ortsbeständigkeit gibt es nicht. Und so kommt es, dass die Pater immer wieder die Wirkungsstätte wechseln. In Springiersbach leben momentan die Professjubilare Elias und Karl, Pater Eduard wirkt in Bamberg und die Pater Rigobert und Eucharius in Erlangen. Pater Augustinus ist 2006 in Brasilien verstorben.
Als Eintritt in den Orden war es früher üblich, dass der Taufname abgelegt wird und man einen Ordensnamen bekommt. Dies zeige, "dass der alte Mensch ausziehe und ein neuer Mensch ein", erläutern sie.
Im Gespräch geben sich die Ordensbrüder gut gelaunt und stolz auf ihr Lebenswerk. Mit einem Leuchten in den Augen berichten sie von ihrem Alltag. "Mich begeistert, dass wir ein gemeinsames Ziel haben", erklärt Pater Eucharius, und Pater Rigobert fügt hinzu: "Der Orden lässt dem Einzelnen eine gewisse Freiheit, wie er die Spiritualität umsetzt."
"Ich habe mich berufen gefühlt", sagt Pater Elias, der sich in jungen Jahren auch in anderen Orden umgeschaut hat. "Mir hat die Spiritualität der Karmeliter zugesagt."
"Da wo Gemeinschaft ist, fühlen sich Menschen wohl", sind sich die Pater einig, nur "leider fehlt uns der Nachwuchs."
Die Gemeinschaft trage, könne aber auch bedrängen, aber "ohne Gott kann man keine 50 Jahre durchstehen", sagt Pater Eduard "nicht in der Ehe und nicht im Orden". mü
Extra

Aktuell leben im Kloster Springiersbach sechs Karmeliten, sie arbeiten in der Seelsorge an der Klosterkirche, im angeschlossenen Exerzitien- und Bildungshaus "Carmel Springiersbach", in der Pfarrseelsorge und in der Provinzschneiderei. Im Gegensatz zu den meisten anderen Ordensgemeinschaften hat der Orden der Karmeliten keinen Gründer. Seinen Anfang begründet sich auf den Berg Karmel bei Haifa im Heiligen Land. Nach dem Vorbild des Propheten Elija und der Gottesmutter Maria leben heute weltweit rund 2000 Karmeliten. Der weite Mantel, den die Pater tragen, ist ein äußeres Zeichen und soll an die Ordenspatronin Maria erinnern. mü