Sport: Mit guten Trainern steht und fällt alles

Sport : Mit guten Trainern steht und fällt alles

Beim Dreikönigsturnen zeigen die Aktiven das breite Repertoire des Turnvereins Morbach. 700 Besucher kommen zu dem Spektakel.

  „Feuer, Feuer“ hallt es von der Bühne des Festsaals der Morbacher Baldenauhalle. Doch nicht die Feuerwehr ist gefordert, sondern die 22 Aktiven der Tanzgruppe „Show“ des TV Morbach im Alter von vier bis elf Jahren sind es. Beim Dreikönigsturnen bieten die   Tänzer in Kostümen von Feuerwehrleuten einen schwungvollen Einstieg in das knapp vierstündige Programm, moderiert von Nicole Schmitt und Bernd Später.

Darin zeigen die Aktiven den 700 Besuchern, was der größte Verein der Einheitsgemeinde mit mehr als 900 Mitgliedern an sportlichen Möglichkeiten bietet. Voltigierer demonstrieren ihre Übungen auf einem Holzpferd, Turner zeigen abhängig von ihrem Alter und ihrer Leistungsklasse verschiedenste Übungen, und auch der Vorsitzende Hansi Schuh zeigt sich erstmals nach 25 Jahren wieder aktiv auf der Bühne, als er als „junger Papa“ seinen knapp zweijährigen Sohn beim Eltern-Kind-Turnen über einen Spielplatz aus Turngeräten begleitet, auf dem die Kinder rutschen, krabbeln und an der Hand ihrer Eltern balancieren können.

Klar wird an diesem Abend, dass ein Verein nur aufgrund seiner engagierten Übungsleiter funktioniert. Denn einige Abteilungen des TV Morbach sind im Umbruch. Nach 20 Jahren hat Taekwondo-Trainer Ali Modiri den Verein verlassen. Mit Michael Becher steht ein Nachfolger aus den eigenen Reihen in den Startlöchern. Balletttrainerin Ute Lichter hat nach 25 Jahren ebenfalls ihr Engagement beim TV Morbach beendet, doch arbeitet der Verein nach der Verpflichtung von Joanne Wiseman-Drewing an einem Neuaufbau der Ballettgruppen, in denen bisher bis zu 40 Tänzer und Tänzerinnen aktiv waren. Anfang März soll es losgehen.

Und auch die Leichtathletik boomt beim TV Morbach: „Die Abteilung zählt 100 Aktive, es werden jedes Jahr mehr“, sagt Schuh. Den Grund sieht er in dem vierköpfigen „Super Trainerteam“, das die Abteilung die vergangenen sechs, sieben Jahre aufgebaut hat. „Das steht und fällt mit dem Trainerangebot“, sagt der Vorsitzende. Genau dies stellt sich derzeit bei der Handballabteilung als Problem heraus. „Hier fehlen dringend Trainer und Betreuer“, sagt er.

Die Trainerdiskussion ist für Schuh Grund genug, an diesem Nachmittag auch das ehrenamtliche Engagement der vielen Jugendlichen herauszustellen, die in ihren Abteilungen als Co-Trainer tätig sind oder sogar schon selbst Gruppen leiten. „Wir sind sehr stolz auf unsere Jugend“, sagt Schuh. „Handeln sie doch genau entgegen dem Trend, der sich in Deutschland abzeichnet.“

Doch zurück zur Leichtathletik. Wie ist der Boom beim TV Morbach aus Sicht der Trainer zu erklären? „Wir bieten ein vielfältiges Programm“, sagt Übungsleiterin Jana Mettler. Bei den jüngeren Kindern ab fünf Jahren wird spielerisch an Springen, Laufen und Werfen gearbeitet, bis mit wachsender Erfahrung die Disziplinen immer mehr präzisiert werden und sich die Teilnehmer dann spezialisieren. „Leichtathletik ist eine gute Basis für andere Sportarten wie Fußball oder Handball“, sagt sie.

Die "grünen Flitzer" von der Leichtathletikabteilung des TV Morbach zeigen auf der Bühne der Baldenauhalle ihre Schnelligkeit. Foto: Christoph Strouvelle
Die Wettkampftruppe der Turner des TV Morbach. Foto: Christoph Strouvelle

Kersten Schmaus, Sportlehrerin und langjährige Trainerin beim TV Morbach, stellt für eine gute Basisarbeit in jungen Jahren die Vielfältigkeit des Vereins in den Vordergrund. „Sowohl bei der Leichtathletik als auch beim Turnen, Tanzen und Voltigieren werden motorische Fähigkeiten geschult“, erklärt die Pädagogin die Methodik. „Jeder kann sich das Passende aussuchen und wird hier individuell gefördert.“