Mit Herz und Verstand

MINDERLITTGEN. Monatliche Treffen sind für die alten und älteren Menschen in "Mannalittschi" eine Selbstverständlichkeit. Seit zehn Jahren bereits kümmern sich Hilde Konrad und Ursula Reiland um eine lebendige Seniorenarbeit.

Viele Jahre war auch Inge Büdinger aktiv dabei. Zuverlässig half sie bei allen Aktivitäten des Seniorentreffs, der 1996 mit seiner Arbeit begann. Aus gesundheitlichen Gründen musste sie jetzt aufhören. Nicht ohne ein dickes Dankeschön der Kolleginnen und vor allem der regelmäßigen Teilnehmer an den reizvollen Aktionen: Kaffeerunden mit Gedichten aus dem Kreisjahrbuch, Busfahrten, Besichtigungen, Adventsessen, lockere Plaudereien und ernsthafte Gespräche. Wenn es einem unter ihnen gesundheitlich mal nicht gut geht, was mit zunehmendem Alter eben vorkommt, kann man darüber reden. Nichts wird ausgeblendet, alles kommt auf den Tisch. Zum zehnjährigen Jubiläum erinnerte Hilde Konrad an die Anfänge. Als die Kinder flügge wurden, hatte sie sich gemeinsam mit ihrer Freundin Ursula an Bürgermeister Manfred Schiffer gewandt. Der fand die Idee klasse und lud im Blättchen zum ersten Kaffee ins Bürgerhaus ein. Die Resonanz war überwältigend. 68 Frauen und Männer gesellten sich an die Tische, von denen viel zu wenig gedeckt worden waren. Und das Konzept gefällt nach all den Jahren immer noch. Als "sehr liebevoll, persönlich und ideenreich" schildert zum Beispiel Doris Lamsfuss die Aktivitäten. Sie ist "nur" eine Zugezogene, die inzwischen sogar in Wittlich lebt, aber für den Seniorentreff kommt sie meistens wieder auf den Berg. In guter Erinnerung sind allen die Fahrten geblieben: Helmut Konrad, von Beruf Busfahrer, kutschiert die Senioren an das Ziel ihrer Wahl. Eine Ziegenkäserei, Mausefallenmuseum, Schönfelder Hof, die MUH in Pronsfeld standen schon auf dem Programm. Zwischendurch wird ein Päuschen am Wegesrand eingelegt, selbst gebackener Kuchen verzehrt, und der Tag mit einem guten Abendessen irgendwo auf der Strecke abgeschlossen. Preiswert bleiben die Fahrten, weil in diesem Fall nur die Busmiete zu entrichten ist. Die vorbildliche Seniorenarbeit hat sich herumgesprochen. "Wir werden immer wieder angerufen und gefragt, wie wir das aufziehen", berichtet Hilde Konrad. Eigentlich gar nicht so schwer: mit Herz und Verstand und Spaß an der Sache. Damit leisten die Ehrenamtler einen kaum zu überschätzenden Anteil zum dörflichen Zusammenhalt.