Mit Hilfe aus der Problemzone

Motiviert sind die Jugendlichen der Realschule plus in Wittlich. Doch der Weg zum Abschluss der Berufsreife, dem Hauptschulabschluss, ist aus verschiedensten Gründen noch mit Steinen gepflastert. Sie benötigen Hilfe, die über den reinen Unterricht hinaus geht. Hier sind Jobpaten gesucht, die den Schülern beratend zur Seite stehen.

Arbeiten gemeinsam auf ein Ziel hin: Schüler der Realschule plus mit den Projektbeteiligten (von links) Susanne Eichhorn (ÜAZ), Rosemarie Bölinger (Realschulrektorin), Angelika Mohr (ÜAZ) und Annette Weinand (DKSB). Foto: privat

Wittlich. (red) Sie haben Lücken in Mathematik, naturwissenschaftlichen Fächern oder in Deutsch. Viele Schüler der Realschule plus in der Dualen Oberschule (DOS) Wittlich benötigen Hilfe, um ihr Selbstvertrauen wieder zu stärken und zu lernen, wie man auch bei Frustration Ziele konsequent verfolgt. Zudem müssen sie beim Übergang von Schule in den Beruf "Lebenstüchtigkeit" wie Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit lernen.

"Wer könnte dies erfolgreicher und glaubwürdiger als ein ehrenamtlicher Pate mit Zeit, Geduld und (Berufs-)Erfahrung?", fragt Soziapädagogin Annette Weinand vom Deutschen Kinderschutzbund Wittlich. Gemeinsam mit einem Konsortium von Bildungsträgern sucht das in der Begleitung von Ehrenamtlichen erfahrene Mehrgenerationenhaus (MGH) für das Projekt Berufseinstiegsbegleitung (BerEb) der Bundesagentur für Arbeit, diese berufs- und lebenserfahrenen Menschen für die Region Wittlich. Sie sollen Schüler ab der achten Klasse bis möglichst in die erste Phase der Berufsausbildung einmal in der Woche begleiten und fördern.

Der Übergang von der Schule in den Beruf ist ein schwieriger Schritt. Die jungen Menschen müssen Neuland betreten, realistische Berufsperspektiven entwickeln und einen geeigneten Ausbildungsplatz suchen und finden. Dabei können sie nicht immer auf die Unterstützung ihrer Familien zählen. Die Paten werden auf ihre Aufgabe durch die Berufseinstiegsbegleiter des Überbetrieblichen Ausbildungszentrums (ÜAZ) Susanne Eichhorn und Angelika Mohr vorbereitet und von Lehrern der Schule unterstützt. Im MGH Wittlich finden sie weitere Ansprechpartner, Strukturen für den Austausch untereinander und Möglichkeiten, sich mit ihrem "Patenkind" außerhalb der "Problemzone Schule" dort zu treffen.

Beim Modellprojekt BerEb arbeiten vier Träger mit vier Schulen zusammen: Deutsche Angestelten-Akademie (DAA) Trier in der Hauptschule Bernkastel-Kues, HWK Trier in der Stefan-Andreas-Hauptschule Schweich, das ÜAZ Wittlich in der Duale Oberschule Wittlich (Realschule plus), das Berufsbildungszentrum Bitburg-Prüm (Bebiz) Bitburg in der Förderschule Bitburg.

"Voraussetzung für ein Gelingen dieser Maßnahme ist die kooperative Zusammenarbeit mit der Schulleitung, dem Lehrpersonal, der Schulsozialarbeiterin, der Beratungsfachkraft der Agentur für Arbeit in Wittlich den Eltern und den Jugendlichen sowie die Vernetzung mit anderen sozialen Institutionen, wie etwa das Mehrgenerationenhaus in Wittlich, fasst Eichhorn die Qualifikationen zusammen, die ein ehrenamtlicher Lern- und Jobcoach braucht.

Informationen beim Deutschen Kinderschutzbund, Mehrgenerationenhaus, Haus der Familie Wittlich, unter Telefonunter 06571/2110.