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Mit Kartoffeln und Blumen gegen Armut

Mit Kartoffeln und Blumen gegen Armut

Mit dem Verkaufserlös von Blumen, Kürbissen und Kartoffeln haben Rudolf Pantenburg, seine Frau und sein Wanderkollege Rolf Frotz in den vergangenen 16 Jahren rund 45 000 Euro erwirtschaftet. Das Geld hat er an Hilfsprojekte in der ganzen Welt und in der Region gespendet.

Manderscheid. Dieses Jahr war ein schwieriges für Blumen. Das Frühjahr war sehr nass und die Samen für die Sonnenblumen und die Knollen der Gladiolen konnten erst spät in die Erde.
Trotzdem sind Rudolf Pantenburg und Rolf Frotz mit dem Ergebnis zufrieden, denn es waren am Ende des Sommers insgesamt 1800 Euro in der Kasse am Blumenfeld zwischen Manderscheid und Bleckhausen. Bei den Kartoffeln sah es besser aus. Die werden an der offenen Scheunentür im Ortskern von Manderscheid angeboten. Damit die Menschen, die die Kartoffeln und Blumen kaufen auch wissen, dass sie damit etwas Gutes tun, hat Rudolf Pantenburg Schilder aufgestellt.
Das Geld, das er einnimmt, kommt zum großen Teil der Kinderhilfsorganisation Plan International zu Gute. Seit dem Jahr 2000 unterstützt er dort verschiedene Projekte, mal für sauberes Trinkwasser in Malavi, dann für Milchkühe in Ruanda, in der jüngeren Vergangenheit ging Geld für die Bekämpfung von Malaria und Ebola nach Sierra Leone, und er spendete für die Berufsausbildung von jungen Menschen in Ghana. "Mit dem Geld kann man dort sehr effektiv helfen, mit 50 oder 100 Euro sehr viel bewirken", sagt Pantenburg.
Zudem setzt er sich in der Region ein. Er hat bereits Geld für die Transporte der IGFM (Internationalen Gemeinschaft für Menschenrechte) in Wittlich gespendet oder den Krankenbettenverleih in Bettenfeld. Durch eine Spendengala, in der für Patenkinder in Afrika geworben wurde, kamen Pantenburgs zu ihrem Engagement. Drei haben sie momentan. Mit den Spenden an die Projekte wollen sie zusätzlich helfen. Viel Arbeit investiert Rudolf Pantenburg jedes Jahr in das rund 1000 Quadratmeter große Feld. Unterstützt wird er von seiner Frau Marianne und seit sechs Jahren von seinem Wanderkollegen Rolf Frotz. "Es ist immer tageweise viel Arbeit, beispielsweise wenn wir die Samen für die Sonnenblumen legen oder die Kartoffeln setzen", erklärt er. Mit viel Handarbeit und kaum Chemie können sie dann nach einigen Monaten die Blumen blühen sehen oder die Kartoffeln ernten. Aber auch jetzt im Winter ist Arbeit, die Kartoffeln müssen sortiert und abgefüllt werden, die Scheune aufgeschlossen und nach der Kasse gesehen werden.
Dabei haben sie mit den gleichen Problemen zu kämpfen wie andere Anbieter von Blumen auf Feldern oder Direktverkauf mit einer Geldkassette. "Die Kasse bei den Kartoffeln wurde schon geklaut, aufgebrochen, oder es wurden nur Centbeträge eingeworfen. Das ärgert uns sehr", sagt Pantenburg. Jetzt ist die Kasse noch einmal neu gesichert, denn sie wollen weitermachen.
Der Flyer für die kommenden Projekte von Plan International liegt schon parat. chb