Mit Sonne im Herzen läuft das Geschäft

Mit Sonne im Herzen läuft das Geschäft

Gestern Abend hat die Gewerbeschau ihre Türen geschlossen. Genaue Besucherzahlen liegen noch nicht vor. Trotz des eher schlechten Wetters dürften es aber wieder mehr als 20 000 gewesen sein.

Bernkastel-Kues. Es gibt Leute, für die ist die alle zwei Jahre stattfindende Gewerbeschau in Bernkastel-Kues ein fester Bestandteil ihres Lebens. Zum Beispiel für eine Frau, die sich dann beim Autohaus Metzen immer ein neues Auto kauft. Auch sonst läuft es. Drei Wagen hat Walter Metzen bereits an den ersten beiden Tagen der Gewerbeschau verkauft.Das Interesse an den fahrbaren Untersätzen ist immer vorhanden, selbst wenn das Geld knapp ist. Ludwig Steinmetz (Autohaus Steinmetz) sieht ein verändertes Anforderungsprofil bei den Kunden. Noch vor fünf Jahren sei das Auto Spaßobjekt gewesen und habe schick sein müssen. "Jetzt geht es dar um viel Platz zu haben, bequem einsteigen und fahren zu können und zu sparen", sagt er.Der Obermeister sucht nach offenen Ohren

Gespart wird weiterhin. Die Mehrwertsteuer-Erhöhung und die explodierenden Energiekosten fangen steigende Gehälter mühelos auf und engen den Normalverdiener weiter ein. "Viele Leute verdienen zu wenig. Früher musste man zwei Stunden arbeiten, um einen Handwerker zu bezahlen. Heute sind es oft vier Stunden", berichtet Maler Hermann Schultze, Obermeister der Maler- und Lackierer-Innung. Den Betrieben sei es aber nicht möglich ihre Preise zu senken. "Über die Belastungen des Handwerks macht sich keiner Gedanken. Wir finden kein offenes Ohr dafür", sagt Hermann Schultze. Doch es ist an diesem Wochenende zu spüren, dass die Leute auch Geld ausgeben — nicht nur für Autos. Bei den Modebetrieben herrscht Andrang. "Dabei sein ist alles", sagt die immer gut gelaunte Waltraud Griebler (Rosi Moden). "Und wir haben Spaß daran." Der Andrang bei der großen Modenschau, an der sich mehrere Betriebe beteiligen, macht Hoffnung auf eine positive Umsatzentwicklung. Am 9. März, beim verkaufsoffenen Sonntag, wird es sich zeigen. Der Andrang bei der Ausstellung ist wie immer groß. Sturmtief "Emma" hält die Menschen nicht davon ab, am Samstag auf das Kueser Plateau zu kommen. Und der Regen am Sonntag verhindert dies ebenfalls nicht. Es herrscht ein Kommen und Gehen, die meisten Autos sind voll besetzt. Am frühen Sonntagnachmittag ist auf dem Plateau kein freier Parkplatz mehr zu bekommen. Die Besucher müssen ihre Autos im Gewerbegebiet parken und in Busse umsteigen.Die Menschen verlassen die Ausstellung zufrieden. "Ich finde die Gewerbeschau hervorragend. Ich habe mir einige Anregungen mitnehmen können", sagt Klaus Reitz. Markus Peter lobt, dass nicht nur die Erwachsenen auf ihre Kosten kommen, sondern auch die Kinder. Und Hannelore Friedrich weiß nun, welche Modefarben der Frühling und der Sommer hat: Gelb zum Beispiel. Frank Hoffmann, Hauptorganisator der Ausstellung, ist bereits zwei Stunden vor Toresschluss zufrieden. "Die Ausstellung war super gut besucht, wir hatten viele interessierte Kunden, und es gab keine Klagen", fasst er die drei Tage zusammen.Weitere Fotos zur Gewerbeschau finden Sie auf Seite 16Meinung Prima Service vor der Haustür Der Wettergott meinte es dieses Jahr nicht sehr gut mit der Gewerbeschau. Trotzdem ziehen die Organisatoren und die Aussteller ein positives Fazit. Der Werbekreis Bernkastel-Kues hat es wieder verstanden, eine interessante Ausstellung auf die Beine zu stellen. In diesem Jahr ist der Einsatz der Macher ganz besonders zu loben, weil sie durch den Orkan "Emma" noch zu einem ungeplanten Nachteinsatz kamen. Es geht in Bernkastel-Kues nicht anders zu als im übrigen Teil der Republik. Das Geld sitzt nicht so locker, wie sich Handwerk und Einzelhandel dies wünschen und wie es auch die Konsumenten sicher gerne hätten. Umso wichtiger ist diese Leistungsschau, umso wichtiger sind Leistungsträger, die voran gehen, Optimismus verbreiten und ihre Steuern im eigenen Land bezahlen. Die Ausstellung hat gezeigt, dass es ein gut sortiertes Angebot und einen prima Service unmittelbar vor der eigenen Haustür gibt. Der Wettbewerb wird allerdings nicht leichter. Es gilt, sich zu positionieren. Unter dem Dach des Werbekreises gelingt dies offensichtlich gut. c.beckmann@volksfreund.de