Mit Spaß und kleinen Preisen

WITTLICH. (peg) Buntes Markttreiben in der ganzen Innenstadt: Der Flohmarkt der Einzelhändler wurde extrem gut angenommen – von Einheimischen genauso wie von Touristen.

Wie heißt er noch, der viel versprechende Slogan, den die Eingeborenen oft mehr spöttisch als ernsthaft zitieren: "Wittlich hat´s!" Am Samstag traf er zweifellos zu. Ob Geschäftsleute, Stadtbeigeordnete Elfriede Marmann-Kunz, die Stammkundschaft oder Kunden, die zum ersten Mal den Laden betraten, alle waren sich einig, dass der Flohmarkt der Wittlicher Einzelhändler eine Bereicherung der Säubrennerstadt ist, die nach Wiederholung schreit.Lager wurden kräftig geräumt

Quer durch die Branchen wurden die Lager geräumt, und das zu Preisen, die das Käuferherz erfreuen. Drei Euro für eine Bluse, deren Originalpreis einst zwanzigmal so hoch war, oder die Leinenhose für 50 Euro, heruntergesetzt von 270 Euro: Da greift man und frau strahlend zu. "Es war eine Supersache für die Karrstraße", urteilte Dorothea Jüttermann nach Feierabend. Am Stand an der Straße verkaufte sie preiswerte Damenbekleidung für den Sommer, drin im Laden boomte bereits das Herbstgeschäft. Das selbe Bild bot sich bei den Herren-"klamotten" im D3. "So eine lockere Stimmung bei Käufern und Verkäufern wünscht man sich immer", meinte Margret Lütticken. Zeit für ein Späßchen blieb auch. Drei junge Damen betrachteten interessi0ert ein Sortiment rosa Sommerpullis. Damit könnten sie zur Kirmes doch wunderbar im Partnerlook gehen, meinte Lütticken augenzwinkernd. So herrlich schweinchenfarben. Vor dem ehemaligen Haushaltswarengeschäft Dümler stand hochwertiges Geschirr zum Schleuderpreis, bei Rittel runtergesetzte Fahrradbekleidung und die Buchhandlung Stephanus bot das Kilo Bücher für 1 Euro an. Rasch gingen bei Marion Blum, Verkäuferin bei von-Rötel-Schmuck, die Perlenketten über den Flohmarkttisch. Am Samstag waren sie auch mit einem kleineren Portemonnaie bedenkenlos zu bezahlen. Ein Stau in der Neustraße mit röhrenden Oldtimern umrahmte die kundenfreundliche Aktion zusätzlich. Und auf dem Marktplatz verkaufte Eric Illigen echte Säubrenner Stägken. Von einem angenehm belebten Samstag sprach auch Rosemarie Henkel. "Wir sind sehr zufrieden mit dem Tag. Die Frequenz in der Stadt war supergut." Daran konnten auch die zwischenzeitlich heftigen Schauer nichts ändern: Schnell war die Ware auf den Ständen gegen den schräg einfallenden Regen abgedeckt und genauso schnell wieder von ihrer Plastikhülle befreit. Nur eines ist den Schlenderwilligen doch übel aufgestoßen. Wittlichs Politessen mögen privat ja ganz nett sein. Wer sie jedoch an einem solchen Tag in Uniform erblickt, der hat nur noch einen Gedanken: Schnell zurück zum Auto und das Ticket erneuern. Womit vielleicht dem Stadtsäckel, keinesfalls jedoch den Geschäftsleuten geholfen wäre. Denn wer wieder am Auto ist, der fährt vielleicht nach Hause, anstatt weiterhin zu bummeln - und gut gelaunt sein Geld in der Stadt zu lassen.

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