Mit Spezialbrille fehlt der Durchblick

Mit Spezialbrille fehlt der Durchblick

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung will, dass Jugendliche den Durchblick behalten. Spielerisch und nicht mit erhobenem Zeigefinger werden sie auf die Gefahren von Tabak und Alkohol hingewiesen.

Bernkastel-Kues. (cb) 17 Prozent der Jugendlichen (12 bis 17 Jahre) rauchen. Ist das nun viel oder wenig? Zumindest sinke die Zahl der jugendlichen Raucher, erzählt Hilmar Schleich. Dazu beitragen dürfte die Aufklärungskampagne "KlarSicht" der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Seit 2005 sind Schleich und weitere Kollegen unterwegs, um Jugendlichen mit den Gefahren von Tabak und Alkohol zu konfrontieren.

Sie gehen dabei nicht mit erhobenem Zeigefinger vor. Das bringe nichts, weiß Schleich aus Erfahrung. "Es geht auch nicht um völlige Abstinenz, sondern um einen kritischen Umgang mit Tabak und Alkohol", sagt Schleich. Natürlich geht es auch um Psychologie (Gruppenzwang etc.). Eine der Stationen ist Bernkastel-Kues. Im ehemaligen Aldi-Gebäude in Kues ist ein Mitmach-Parcours angelegt worden, auf dem sich knapp 300 Schüler der Hauptschulen Bernkastel-Kues und Neumagen-Dhron sowie der Burg-Landshut-Schule Bernkastel-Kues spielerisch mit der Thematik auseinandersetzen.

Diese Schulen sind dabei, weil es hier ein Schulsozial-Netzwerk gibt. Zur Jugendpflege der Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues und dem Jugendsachbearbeiter der Polizeiinspektion Bernkastel-Kues treten an diesen Tagen noch das Gesundheitsamt und der Caritasverband.

An fünf Stationen erfahren die Jugendlichen unter anderem, wie viel Alkohol in einem Mixgetränk steckt. Doch es geht auch um aktives Mittun, beispielsweise in einer kleinen Talkshow. Und mit einer Brille vor den Augen, die einen Promillegehalt von 0,8 bis 1,5 simuliert, merken sie, wie schwer es ist, eine Kugel vom Boden aufzunehmen und auf einem Pylon zu fixieren.

"Das war sehr interessant, weil wir viel erfahren haben", sagt die 17-jährige Lisa. "Sehr informativ", urteilen Rene und Florian (beide 15), die angeben, keine Probleme mit Tabak und Alkohol zu haben. "Die Jugendlichen wissen genau, was sie dürfen", sagt Peter Kranz, Jugendsachbearbeiter der Polizeiinspektion Bernkastel-Kues. Er zeigt eine große Diskrepanz im Verhalten der jungen Menschen auf. "Trinken ist cool, besoffen sein ist aber uncool."