Mit Vollgas auf die Datenautobahn: Landkreis erweitert Internet-Kapazität.

Kostenpflichtiger Inhalt: Digitalisierung : Mit Vollgas auf die Datenautobahn - Keine weißen Flecken mehr im Landkreis Bernkastel-Wittlich

Seit wenigen Wochen ist der Landkreis vollständig für schnelles Internet erschlossen. Dem sind mehr als zwei Jahre lange Tiefbauarbeiten vorausgegangen.

Weiße Internet-Flecken auf der Landkarte des Landkreis Bernkastel-Wittlich gibt es nicht mehr. In den vergangenen zwei Jahren hat der Netzbetreiber innogy auf rund 430 Kilometern Trassenlänge eine neue Glasfaserstruktur errichtet. Mit dieser Offensive deckte die ursprünglich vom RWE gegründete Gesellschaft viele Lücken besonders in den entlegeneren Bereichen des Landkreises. So ging vor kurzem auch der Traben-Trarbacher Ortsteil Kautenbach ans Netz.

„Insofern kann man jetzt nicht mehr von ,weißen Flecken’ sprechen. Es gibt nur noch wenige Anschlüsse, zum Beispiel an sehr exponiert gelegenen Aussiedlerhöfen, die fehlen,“ erklärt Marco Felten von innogy. Insgesamt wurden in den zwei Jahren 33 Millionen Euro investiert, davon wurden zwölf Millionen Euro gefördert. 37 unterversorgte Schulstandorte wurden angebunden, 290 Gewerbebetriebe versorgt.

Der Landkreis hatte am „Next Generation Access“ Förderprogramm der Regierung teilgenommen, um die zirka 6000 „unterversorgten Adressen, die weniger als 30 MBit Datenvolumen haben, zu versorgen.

Diese unterschiedliche Ausstattung liege an der Struktur der Kabelnetze. „Die Internet-Versorgung des Grundversorgers der letzten Jahrzehnte lief vom sogenannten Backbone, einem Glasfasernetz, über die Hauptverteiler zu den Kabelverzweigern - das sind die grauen Kästen, die in manchen Straßen stehen –, und von dort zum Kunden,“ sagt Stüber. Hauptverteiler sind dabei einer oder mehrere Knotenpunkte mit derselben Vorwahl. Das Problem bei dieser Form der Versorgung seien die unter Umständen sehr großen Längen konventioneller Kupferkabeln von den Hauptverteilern zu den Kunden. Schließlich werden in der Regel alle Adressen des gleichen Vorwahlbereichs von einem Hauptverteiler aus versorgt. Bei dieser Form der Versorgung seien die unter Umständen sehr großen Längen konventioneller Kupferkabel von den Hauptverteilern zu den Kunden. Schließlich werden in der Regel alle Adressen des gleichen Vorwahlbereichs von einem Hauptverteiler aus versorgt.

Wenn der Hauptverteiler im Ort ist, ist das kein Problem, aber bei längeren Strecken geht die Signalstärke zurück. Und das bedeutet ganz konkret: Bei niedriger Signalstärke ist zum Beispiel Fernseh-Streamen nicht mehr möglich. Stüber: „Im Gegensatz zum Kupferkabel weist Glasfaser so gut wie keine Verluste bei der Datenübertragung (Dämpfung) auf. Die Lösung besteht also darin, Glasfaser so nah wie möglich zum Kunden zu bringen - idealerweise bis in das Gebäude.“

Deshalb sei an vielen Stellen neues Glasfaserkabel verlegt worden, erklärt David Kryszons. Und dabei konnte innogy bereits vor Jahren dort verlegte Leer-Rohre nutzen. „Unsere damalige Gesellschaft, das RWE, hatte bereits 2009 bei allen Tiefbauarbeiten für Stromleitungen Leer-Rohre verlegt, die wir dann nutzen konnten,“ erklärt der Pressesprecher.

 Insgesamt konnten so 100 Kilometer Tiefbau eingespart werden, womit die Anschlüsse teilweise mit bis zu 200 MBit Leistung ausgestattet werden konnten. Das sei auch wichtig für home office im ländlichen Bereich, denn diese Arbeit benötige auch immer höhere Datenvolumina.

„Ideal ist es natürlich, wenn das Glasfaserkabel bis zum Hausanschluss führt, Diese Bauform setzen wir bereits bei einem Drittel aller Ausbauadressen des Kreisprojektes um “ sagt Stüber. Das Datenvolumen, das die Haushalte benötigen, werde schließlich immer größer. War es früher nur das Internet-Surfen, so kommen immer öfter Streaming-Dienste hinzu. „Wenn ein Fernseher in hoher Qualität läuft, dann sind das schon mal 60 MBit, kommt einer hinzu, erhöht sich das,“ sagt Stüber. Neben den Leitungen wurden die Verteiler-Standorte in Hasborn, Hetzerath, Thalfang und Sohren erweitert.

In Bernkastel-Kues wurde ein Verteilerhaus in der Größe einer Garage komplett neu gebaut. Die neue Infrastruktur wurde darüber hinaus mit 24 Multifunktionsbehäusen und 65 Glasverteilerschränken ergänzt. Dabei kann die Struktur auch von anderen Internet-Anbietern genutzt werden.