Mit Waffeln und Wehmut: Willis letzter Wittlich Treff
Wittlich · Unter WWW - das steht für Willi Waxweiler Wittlich - ist er stadtbekannt. Seine heimatkundlichen Treffs waren für viele Menschen unterhaltsam und informativ. Beim letzten Zusammenkommen, haben ihm seine Besucher gedankt, mit Liedern, Gedichten und Gutscheinen für Leib und Seele.
Wittlich. "Willi, du kannst anfangen", ruft ein Zuhörer um kurz nach halb drei. Das lässt sich Willi Waxweiler nicht zweimal sagen und begrüßt die Neupleiner, die Lüxemer, die Belinger, die von der Schääl Said und natürlich alle Ur-Wittlicher, dazu zählt er alle, die in Wittlich leben und eine Uhr haben. Damit hat er schon die Stimmung gelockert und beginnt mit seinem eigentlichen Vortrag. Er spricht über Wittlich am 50. Breitengrad und erklärt zur besseren Einordnung, dass Madrid auf dem 40. Breitengrad, der Timmendorfer Strand auf dem 54. Breitengrad liegt und Rheinland-Pfalz am 50. Breitengrad geografisch in Nord und Süd geteilt wird. Der 50. Breitengrad sei einer der Extreme, der von der Südspitze Englands bis nach Kasachstan verlaufe und sich auf diesem auch Bären und Wale wohlfühlten. Weiter zählte er Orte in Rheinland-Pfalz auf, die ebenfalls auf der geografischen Linie liegen, beispielsweise Übereisenbach bei Bitburg oder Reil. Wie in Wittlich der 50. Breitengrad mit Farbe an elf verschiedenen Stellen sichtbar gemacht wurde und der Eifelverein einen Wanderweg ausgeschildert hat, zeigt er anhand von Fotos.
Bei Waffeln und Kaffee der Frauen des Caritasverbands ergriff dann Franz-Richard Nels das Wort und dankte Willi Waxweiler für seine tollen Ausführungen. Er adelte ihn mit drei weiteren Ws, die für Wittlicher Geschichte, Wittlicher Geschichten und Wittlicher Wörter stehen sollen.
Eine Rentner-Urkunde gab es von Andrea Kien, der Leiterin der Begegnungsstätte. Die Frauen, die sich um die Bewirtung gekümmert haben, schenkten ihm eine Rose zum Abschied. Damit es nicht zu emotional wurde, ergriff Adi Kaspari das Wort und stimmte das Lied: "Su woar sai Läwen neist" an, bei dem alle lauthals mitsangen.
Ein weiterer Gast, Katharina Pawelke schenke ihm Gedichtvorträge, unter anderem über das Rentnerdasein. Geschätzt haben die Besucher seines Treffs vor allem Themen und Vortragsweise. Bruni Rach, die bei fast allen Treffs dabei war, berichtet: "Die alte und neue Geschichte hat er bei uns aufgefrischt. Dazu die Vortragsweise mit Bildern und original Dokumenten, das hat gepasst."
Dass Willi Waxweiler ganz von der Wittlicher Bildfläche verschwindet, glaubt aber kaum jemand, auch wenn es sein letzter Treff war. Erich Elsen, der schon mit ihm in der Schule war, sagt: "Er hat immer was gemacht und sich in der Stadt engagiert, ob beim Spielplatz am Sehlemet, dem Jubiläum des Kolping- oder des Eifelvereins, jetzt bei den Ausgrabungen rund um den Schlossplatz. Er wird bestimmt weiter Beiträge zu Wittlichs Geschichte liefern." Eine Frage blieb aber offen: Warum im neuen Wittlicher Wörterbuch, das Wort Wedlier, nicht wie im Original mit ier, sondern mit a am Ende geschrieben wird. Ob es dazu noch ein klärendes Treffen geben wird, ist unklar. chb