Mit zwei Mark waren sie dabei

WALLSCHEID. (ks) Der SV Wallscheid feierte mit einem Familienabend den Abschluss seines 40-jährigen Vereinsbestehens. Der Vorsitzende Erwin Lehnertz dankte allen für ihr ehrenamtliches Engagement und zeichnete Vereinsmitglieder aus.

Die "alten Zeiten wach halten", das war das Motto beim Familienabend des Sportvereins Wallscheid. Gefeiert wurde im schmucken Bürgerhaus direkt an der Rasensportanlage. Vor allem Reinhold Hausener, Alfred Letsch, Günter Schmitz, Florian Thelen, Manfred Zimmer, Günter Weber und Aloys Hayer, sieben der 34 Vereinsgründer, waren gefragte Gesprächspartner. Aloys Hayer schwärmte von der "guten alten Zeit", die er anlässlich des 25. Vereinsjubiläums auch in der Vereins-Chronik niedergeschrieben hatte. "Man hatte elf junge Männer, die unbedingt Fußball spielen wollen, einen Dorfschulmeister und die Dorfkneipe, was stand da noch einer Sportvereinsgründung im Wege?", erinnerte er an die gute Grundlage für die Gründung eines Vereins. 34 Männer waren am 27. Januar bei "Conny" in der Dorfkneipe zusammengekommen und zahlten je zwei Mark als ersten Beitrag in die neue Vereinskasse. Die Gemeinde hatte schon vorher die Zusage gegeben, ein Sportgelände zur Verfügung zu stellen. Lehrer Hans Oelkers wurde Vorsitzender im Vorstand mit Jakob Burch, Albert Hayer, Kurt Lenerz und Paul Lehnertz. In der Saison 1963/64 spielte erstmals der SV Wallscheid gemeinsam mit Eckfeld, Laufeld, Meerfeld, Bettenfeld, Oberkail, Niersbach, Gladbach und Esch in der dritten Kreisklasse Wittlich. Da es noch keinen richtigen Sportplatz gab, wurde auf Privatwiesen "Am Überweg" und "Am Altental" gespielt.Tore standen in der Volksschule

"Wir zogen uns daheim um, holten in der Volksschule die Tore ab, stellten sie auf der Wiese auf und versuchten sie dann mit mehr oder weniger Erfolg auch zu treffen", erinnert sich Florian Thelen an seine ersten Meisterschaftsspiele für den SVW. Am 8. Juni 1968 wurde der neue Sportplatz eingeweiht. Die 34 Gründer und viele andere hatten monatelang nach Feierabend und an den Wochenenden diese wichtigste Voraussetzung für den jungen Verein geschaffen. Jakob Burch, Ferdinand Schäfer, Reinhold Hausener, Aloys Hayer, Josef Krämer, Willi Hausener und Manfred Müller folgten Hans Oelkers im Vereinsvorsitz. 1993 wurde Erwin Lehnertz gewählt. Er steht dem Verein auch heute noch vor. Er dankte den "Vätern des SV", wie er sagte, für ihren damaligen Mut und ihr Durchhaltevermögen und zeichnete sie mit der Vereinsnadel in Gold aus. Außerdem gab es eine Vielzahl von Ehrungen in Silber und Bronze. "Ihr habt den Grundstein zu einer im Fußballverband einzigartigen Erfolgsgeschichte gelegt", sagte er. Nachdem die eigene Sportanlage mit dem Bau der Flutlichtanlage (1982) und des Bürgerhauses (1990) in einem Top-Zustand war, wurde mit der Gründung der Spielgemeinschaft 1992 mit den Nachbarvereinen SV Laufeld und Niederöfflingen die Weichen für den sportlichen Erfolg gelegt. 1995/96 gelang der Aufstieg in die Bezirksliga (1996), ein Jahr später in die Landesliga und nach der Vizemeisterschaft im Spieljahr 2001/2002 wiederum ein Jahr später die Eingliederung nach der Spielreform in die neu gebildete Rheinland-Liga. "Eine gut organisierte Jugendspielgemeinschaft, zwei Frauengymnastikgruppen und eine Kinderturngruppe machen unseren SV von heute zu einem modernen Breitensportverein", stellte Erwin Lehnertz fest.

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