Miteinander voneinander lernen
Seit Beginn des Schuljahres 2006/07 beteiligt sich die Cusanus-Grundschule an einem Comenius-Projekt. Mit fünf weiteren Schulen aus Belgien Finnland, Italien, Polen und Spanien tauschen sich Schüler und Lehrer miteinander aus und lernen dabei eine Menge voneinander und übereinander.
Bernkastel-Kues. Die Projektsprache ist Englisch. Comenius-Schulpartnerschaften werden im Rahmen ihrer Bildungsprogramme von der Europäischen Union finanziell unterstützt.Nach einem ersten gemeinsamen Comenius-Treffen der internationalen Lehrkräfte in Genk/Belgien waren die Teilnehmer nun zu Gast in Bernkastel-Kues. Auf dem "Stundenplan" stand neben fachlichem Austausch auch ein umfangreiches kulturelles Programm.Mit einem gesungenen "Guten Morgen" in mehreren Sprachen begrüßten die Schüler die internationalen Gäste zum Comenius-Tag in ihrer Schule. Mit Liedern, Tänzen und Aktionen zum gemeinsamen Comenius-Projekt "Wasser — die Geheimnisse unter der Oberfläche" gaben die Schüler, Lehrer und Eltern an der Mosel ihren Partnern, deren Schulen ebenfalls am Wasser liegen, Einblicke in ihre vielfältige Umsetzung des Themas. Seit vielen Jahren schon ist die Öffnung nach außen eine der pädagogischen Grundüberzeugungen der Cusanus-Grundschule. Als Ganztagsschule arbeitet sie seit fünf Jahren eng mit außerschulischen Partnern zusammen. "Da lag es nahe, die Schule in einem nächsten Schritt auch in Richtung Europa zu öffnen", betonen Schulleiterin Stephanie Reiter, Konrektorin Stefanie Conrad und Projekt-Koordinatorin Sabine Mai. Die Idee, bei "Comenius" mitzumachen, fiel auf fruchtbaren Boden. Schüler, Lehrer, Eltern und Mitarbeiter bringen sich vielfältig ein, eine Europa-Ecke im Schulflur zeigt die Inhalte der Überraschungs-Pakete, die auf die Reise zueinander gingen und deren Inhalte typische Dinge des jeweiligen Partnerlandes zeigen. "In unserem Päckchen können unsere Partnerschulen Schiefer, Sauerkraut, Fußball, Mosellauf oder auch Cusanus bestaunen", verraten Annika und Vanessa. "Wir waren sehr gespannt auf den Besuch der anderen Lehrer", sagen Linda und Hans-Jürgen. Voller Stolz zeigen die Klassen, was sie zum Thema Wasser erarbeitet haben. "Eine wunderbare Möglichkeit bietet das Comenius-Projekt, viel über europäisches (Schul)Leben, unterschiedliche Unterrichtsgestaltung und Lernauffassung zu erfahren", heben die Lehrer aus Belgien diese "good idea" hervor. Offenes Lernsystem beeindruckt Lehrerkollegen
Auch die Kollegen aus Finnland, das bei der Pisa-Studie die Nase vorn hatte, staunten über das hiesige offene Lernsystem und die Selbstständigkeit der Grundschüler. "Dieses internationale Comenius-Projekt mit all seinen vielseitigen Aktivitäten bringt unseren Kindern sehr viel", unterstreichen die Mütter Sandra Neumann und Evelyne Zettler.Zu Weihnachten und Ostern gab es gegenseitige Grüße, doch die regelmäßige Kommunikation zwischen den Partnern erfolgt über das offene "Fenster am Computer". Dabei kommt der Schule das vom Land und dem Schulträger neueingerichtete "Virtuelle Wissenszentrum" zugute, das mit der Austattung von 15 Laptops auch in den Klassenräumen eingesetzt werden kann. Eine "Comenius-Plattform" im Internet bietet intensiven Austausch ohne Grenzen.Hintergrund Der Namensgeber des Projektes, Johann Amos Comenius (1592 bis 1670), war tschechischer Pädagoge und Seelsorger und Begründer der neuzeitlichen Erziehungslehre. Er wollte die Schule nach dem Prinzip der "Lebensnähe" neu gestalten.