Mitte 2017 soll Rossmann in Morbach sein

Mitte 2017 soll Rossmann in Morbach sein

Etwa 1,5 Millionen Euro investiert ein Investor in das Gebäude, in dem die Drogeriekette Rossmann dann ansässig wird. Ortsvorsteher und Bürgermeister begrüßen das Projekt uneingeschränkt. Der Gewerbeverein hätte lieber eine Stärkung des Ortskerns gesehen.

Morbach. Viel zu berichten hat Stephan-Thomas Klose, Pressesprecher der Rossmann-Drogeriekette, nicht. "Wir haben einen Mietvertrag für ein Objekt abgeschlossen, der aber erst in einem Jahr wirksam wird." Rossmann sei dann Mieter in einem Objekt, "dessen Bau jetzt offensichtlich begonnen hat". Rossmann sei nicht Bauherr und nicht Eigentümer. Es handele sich um einen Privatinvestor, der ihm selbst nicht bekannt sei. "Außer einer Verkaufsflächenangabe von rund 700 Quadratmetern liegen hier bislang keine weiteren Angaben zum Objekt vor", sagt er.
Der TV hat mit Georg Schuh (Architektur- und Ingenieurbüro Jakobs und Fuchs, Morbach) gesprochen. Bisher, so der Bauleiter des Projekts, gebe es nur bauvorbereitende Arbeiten (neue Zufahrt, Parkplätze). Schuh weiß aber mehr als der Rossmann-Pressesprecher im fernen Burgwedel (Niedersachsen). Bauherr ist die Firma Hempel (Lebensmittelgroßhandel) aus Saarbrücken. Ihr gehört auch das Gebäude, in dem der Wasgaumarkt seinen Sitz hat. Der Rossmannmarkt entstehe genau gegenüber auf dem bisherigen Wasgauparkplatz, erläutert der Bauleiter.
Baubeginn sei voraussichtlich Mitte Oktober. "Die Fertigstellung ist für etwa Mitte 2017 geplant", berichtet der Bauleiter. Die Verkaufsfläche betrage circa 670 Quadratmeter. Die Gesamtkosten, inklusive Zufahrt, Parkplätze, Außenanlagen und der Nebenkosten beziffert Schuh auf circa 1,5 Millionen Euro.
Georg Schuh ist auch Morbacher Ortsvorsteher. Als solcher sieht er das Projekt "absolut positiv."
Es sei "höchste Zeit" für eine solche Ansiedelung. Ein solcher Markt halte Kunden in Morbach und bringe neue. Er sieht den Standort in der Nähe des Kreisels auch nahe am Ortskern. Speziell darüber sei im Vorfeld in diversen Gremien und auch mit dem Gewerbeverein gesprochen worden.
Die Meinung von Bürgermeister Andreas Hackethal: "Ohne einen solchen Markt fahren viele Morbacher zu anderen Standorten, um Drogerieartikel einzukaufen, und wenn man schon mal da ist, kann der übrige Einkauf auch dort erfolgen." Mit der Ansiedlung von Rossmann seien in dieser Hinsicht keine weiteren Kaufkraftverluste zu erwarten. "Der Wirtschaftsstandort Morbach erfährt eine weitere deutliche Stärkung", sagt Hackethal.
Jürgen Fetzer, Geschäftsführer des Morbacher Gewerbe- und Verkehrsvereins, sieht das differenzierter: "Es ist schön, dass eine Marktlücke geschlossen wird", sagt er, "es ist aber schade, dass sich der Standort am Kreisel befindet, und der Ortskern nicht gestärkt wird."
Ein Hintergrund: Ende Januar 2016 schloss der Drogeriemarkt, den Anja Klein mit ihrem Mann mehrere Jahre in ehemaligen Schleckerräumen im Ortskern betrieb. Auch vor dem Hintergrund, dass Rossmann quasi schon vor der Tür stand (der TV berichtete).