Mittel für Ortschronik bewilligt

Seit 2007 wird an Beiträgen für die Morbacher Ortschronik gearbeitet. Heimatforscher Berthold Staudt hat dem Ortsbeirat erklärt, wie umfangreich das Buch wird und was es vermutlich kostet. Der Rat will das Werk aus seinem Budget mit maximal 40 000 Euro zwischenfinanzieren.

Morbach. Es soll keine schwere Kost werden, die geplante Chronik über Morbach. Die Geschichte des 1278 erstmals urkundlich erwähnten Ortes wird seit 2007 von einem kompetenten Gremium aufgearbeitet. Rund 200 Beiträge schrieben bereits der Historiker Fritz Schellack, die Heimatforscher Hermann Catrein, Hermann Bohn, Berthold Staudt und viele weitere Autoren.
Jetzt geht es um den Druck und die Vermarktung. Staudt stellte dem Morbacher Ortsbeirat Kosten und Umfang des geplanten Werkes vor. 27 mal 21 Zentimeter groß soll das Buch werden. Maximal 650 Seiten soll es haben. "Wir wollen die Geschichte Morbachs gut lesbar und unterhaltsam gestalten", erklärt der Heimatforscher dem Gremium.
Eine ISBN-Nummer (Internationale Standardbuchnummer) soll helfen, das Werk in den bundesweiten Bücherlisten zu etablieren. Die Kosten für Druck und Auslagen der Autoren wurden mit 40 000 Euro gedeckelt.
"Wir streben bei den Kosten eine schwarze Null an", erklärt Staudt. Der Herausgeber, der Mühlenverein, kann nicht in Vorlage treten. Ein Kredit würde weitere Kosten in Form von Zinsen verursachen. Deshalb springt der Ortsbeirat mit seinem Budget ein. Ortsvorsteher Georg Schuh und sein Gremium beschlossen zu helfen. "Durch den Verkauf der Bücher fließt das Geld wieder zurück in diesen Etat", stellte Schuh fest.
Je nach Auflage zwischen 1000 und 1250 Exemplaren entstehen Druckkosten bis zu 32 000 Euro. Mit rund 8000 Euro Sponsorengeld wird gerechnet. Aber auch Reisekosten sind angefallen. Der Verkaufspreis könnte laut Staudt zwischen 30 und 35 Euro liegen, bei Vorbestellungen vor dem Erscheinungsdatum auch darunter.
Mit den alten Kelten und Römern soll die Chronik zwar beginnen, doch erst die Zeit seit der ersten urkundlichen Erwähnung lässt Heimatforscher Staudt als "Morbacher Geschichte" gelten.
Eine umfangreiche Liste, was alles in der Chronik zu lesen sein wird, wurde dem Rat vorgelegt. "Wir wollen möglichst zu jedem Artikel ein Foto dazustellen", kündigte der Heimatforscher an. Tabellen mit den Erklärungen von Flurnamen und Hausnamen mit früheren und heutigen Besitzern der Gebäude zeigen, wie detailverliebt und exakt das Autorenteam ans Werk geht.
Weil die gesammelten Fakten und Beiträge den Buchumfang sprengen würden, wird dem Buch noch eine DVD mit Bonusmaterial spendiert. So kommen die Leser doch noch in den Genuss der Fotos und Tabellen, die nicht mehr auf die Papierseiten passen.
Das Jahresende 2012 wird als Erscheinungszeitraum angepeilt. Bis dahin kann noch weiteres Wissen in das geschichtliche Standardwerk einfließen. "Wir laden jeden ein, mitzumachen", sagt Berthold Staudt. doth