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Mittelalterspektakel auf Burg Baldenau in Morbach-Hundheim

Freizeit : Mittelalterspektakel auf Burg Baldenau vor einmaliger Kulisse

Das Bogenspectaculum an der Hundheimer Burgruine Baldenau hat nach zwei Jahren Corona-Pause wieder Tausende Besucher angelockt.

Freunde der Zeiten, als es noch Grafen, Burgen, Mägde, Knappen und Ritter gab, haben beim Bogenspectaculum an der Burgruine Baldenau einen Höhepunkt ihres Hobbys erlebt. Mehr als 300 Teilnehmer in 30 Lagern, hinzu kommen Besucher – standesgemäß mittelalterlich gewandet oder im Zivil des 21. Jahrhunderts – schnupperten an der einzigen Wasserburg des Hunsrücks ein Wochenende lang mittelalterliche Atmosphäre.

Direkt im Eingangsbereich, am Tavernenplatz, sorgten Musikgruppen wie die Spilldeyvel aus Trier für die Einstimmung der Besucher. „Arme hoch“, „Klatschen“, „Wir brauchen eure Hilfe“, schallt es von der Narrenbühne hinunter auf den Platz, der von Essensständen in mittelalterlicher Optik umrandet ist. Und die Gäste an den voll besetzten Tischen begleiten die heftigen Rhythmen der zwei Pauken mit ihrem Klatschen, untermalt von den melodischen Tönen der Dudelsäcke und der Laute. Doch auch abseits der Bühne lässt sich viel Sehenswertes erleben. Zum Beispiel ein sogenannter Zuberer, der die Gäste zum Bad ins heiße Wasser seines aufgebauten Zubers einlädt. Meist sind es Lagerteilnehmer, die zu mehreren nackt ins Wasser hüpfen, um von dort aus das mittelalterliche Treiben zu genießen. „Zuber, das ist das Beste vom Markt“, sagt Eron von den Schatten, ein Mittel­alterfreund aus Saarburg. Nicht nur Marktteilnehmer genießen das Bad im heißen Wasser. „Manchmal sind es auch Besucher, die das Angebot spontan nutzen“, sagte Oliver Mark aus Weisenheim, der den Zuber aufgebaut hat.

Bereits am Samstag seien rund 2500 Besucher gekommen, um das von der Gemeinde Morbach veranstaltete Bogenspectaculum zu besuchen, sagt Organisator Dirk Rölleke. „Der Markt wird gut angenommen“, berichtet er. Einige Familien haben angekündigt, am Sonntag ein zweites Mal zu kommen, weil dann das Angebot für Kinder größer sei. Aber auch schon am ersten Tag ist viel zu sehen und zu erleben. Beim Bogenschießen versuchen sich Geübte und Anfänger, in der Burg zeigt ein Jongleur den Kindern, wie man Teller kreisen lässt oder drei Bälle in der Luft hält. Und im Lager unterhalb der Burg zeigt Melanie Brimmers aus Luxemburg den Kindern Merle und Emma, wie man düntelt – aus Wollresten eine Kordel zieht – oder mit einem Kamm ein Gewebe flechtet, die einfache Variante des Brettchen­webens. „Wir haben Spaß an unserem Hobby“, sagt Mittel­­alter­freundin Kerstin Keller alias Josunn Gang­lerik­son aus Platten. Nach drei Jahren Abstinenz kann sie ihr Hobby jetzt wieder genießen. „Eine Woche Mittelaltermarkt ist wie drei Wochen Urlaub“, sagt sie. „Man ist nicht erreichbar und entschleunigt.“ Auch Jesica Botzet aus Wintrich und Kristin Westphal aus Bernkastel-Kues genießen das „Eintauchen in eine andere Welt“. Das Besondere am Bogenspectaculum bei Hundheim? „Das ist die Lage direkt an der Burg“, sagen sie. Hinzu komme die familiäre Stimmung unter den Teilnehmern.