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Mitten im Corona-Jahr eröffnet Heinz Butzen ein Atelier in Reil

Kunst im Dorf : Mitten in der Corona-Pandemie eröffnet Heinz Butzen ein Atelier in Reil

Mitten im Corona-Jahr eröffnete Heinz Butzen ein Atelier, in dem er eigene Gemälde präsentiert, die auch als Kalender und Weihnachtskarten erhältlich sind.

Schon von außen ist das ebenerdige Atelier ein Blickfang. Mit seinen weißen Sprossenfenstern passt es gut ins Ortsbild mit den Fachwerkhäusern, die auch im Atelier allgegenwärtig sind. Denn Dorfansichten und die Mosel mit ihren Rebflächen zählen zu den Lieblingsmotiven von Heinz Butzen. Seine Aquarelle laden ein zu einem Streifzug durch die malerische Landschaft.

Die hat es ihm bereits seit seiner Kindheit angetan. Zwar zog Butzen erst vor zwei Jahren von Solingen nach Reil, ist aber „mit dem
halben Dorf verwandt“. Seine Eltern, die einst das Dorf aus beruflichen Gründen verließen, sind ebenso Reiler wie seine Großeltern, bei denen er früher oft die Ferien verbrachte. Reiler Platt versteht er nicht nur, sondern kann es auch sprechen. „Hier bin ich zuhause“, sagt Butzen. Mit dem im Juli eröffneten Atelier erfüllte er sich einen ganz persönlichen Wunsch. Denn es ermöglicht  ihm, seine Bilder angemessen zu präsentieren. Im Dorf fand das breiten Anklang. Er habe „unheimlich positive Rückmeldungen“ erhalten. Die Leute freuten sich, dass in dem früheren Lebensmittelgeschäft „etwas Neues entstanden“ sei. Vor allem aber bietet es einen optimalen Rahmen für seine über Jahre entstandenen und teils sehr unterschiedlichen Arbeiten.

Die Serie „Verwaiste Industrien“, gemalt für eine Ausstellung „Mensch und Maschine“, ist dafür nur ein Beispiel. Ein weiteres sind seine „Autobilder“, die er auf Wunsch mit Lieblingsfahrzeugen, gemalt und mit rollender Miniatur, ausstattet. Dank erschwinglicher Preise sind sie gefragte Geschenke. Natürlich seien Arbeiten wie diese Kunst, sagt Butzen. Doch sie sollten den Leuten in erster Linie „wirklich Spaß machen“. Einige seiner Aquarell-Impressionen von Reil und der Moselregion gibt es zudem als Jahreskalender oder als Grußkarten.

Die Vielfalt ist beachtlich. Zumal Butzen erst seit etwa zehn Jahren malt. Nach dem Besuch einer Malschule in Hilden begeisterte er sich immer mehr dafür und entwickelte sich ständig weiter. Zuvor stand für den Sparkassen-Betriebswirt der Job an erster Stelle. Daher weiß er es nun als Rentner umso mehr zu schätzen, sich seinem Hobby intensiv und in aller Ruhe widmen zu können.

Jedes Bild sei für ihn eine Herausforderung, sagt Butzen, der über die Volkshochschule Traben-Trarbach Aquarellkurse anbietet. Und mit neuen Motiven setzte er sich ebenso neue Ziele wie mit dem Atelier. So sucht er für einen Nebenraum, ein Kellergewölbe, einen weiteren Aussteller, der dort beispielsweise Skulpturen präsentieren könnte.

Geöffnet ist das Atelier freitags und samstags, 15 Uhr bis 18 Uhr, samstags zusätzlich von 11 Uhr bis 13 Uhr sowie nach Vereinbarung unter  Telefon 0177/5452310.