Mitten im Wald

LANDSCHEID-ALTENHOF. (ger) Das kleine Dorf Altenhof liegt mitten im Wald, gehört kommunalpolitisch zu Landscheid, hat geschichtliche Wurzeln und aktuelle wirtschaftliche Verbindungen nach Himmerod. 31 Menschen leben dort. Altenhof liegt abseits der Verkehrsadern und ist doch dicht dabei.

"Der Altenhof hat was", sagt Aloisia Raskop, eine von 31 Bewohnern des kleinen Orts mitten im Wald zwischen Landscheid und Himmerod, etwa einen Kilometer Luftlinie von Himmerod entfernt, auf der Höhe des so genannten Klosterbergs. Der Spazierweg führt vom Kloster aus am rechten Salmufer den Klosterberg hinauf. Mit dem Auto ist Altenhof über eine Abzweigung an der Landstraße Himmerod/Großlittgen zu erreichen oder von Landscheid aus zunächst in Richtung Hof Hau, dann im Wald auf eine schmale Straße abzweigend. Und dennoch liegt das kleine Dorf nur unweit der heutigen Verkehrsadern. Die A 60 führt einen Kilometer am Altenhof vorbei. Durch den dichten Wald ist nichts von ihr zu hören. Kein Autolärm, dafür vermehrt Fluglärm

Altenhof ist eine Kurzbezeichnung und bedeutet nichts anderes als "der alte Hof des Klosters Himmerod". Im Sprachgebrauch wird er noch kürzer genannt: Maleff, was in freier Interpretation wohl so viel bedeuten kann wie: op deM AALEn hoFF - auf dem alten Hof. "Die Ruhe und Beschaulichkeit ist angenehm", schwärmt Aloisia Raskop. Kein Autolärm ist zu vernehmen, die Bewohner genießen die Stille der umgebenden Wälder. "Aber der Fluglärm der nahen amerikanischen Air-Base Spangdahlem hat in den vergangenen Wochen extrem genervt", ergänzt Nachbarin Irma Grotzki. Der kleine Ort hieß im Mittelalter "Hof Himmerod". Erst als im Klosterbering der so genannte Neuhof entstand, verpachteten die Mönche das ehemalige und nunmehr "Altenhimmerode" oder "Altenhof" genannte Gut. Und so verwundert es nicht, dass der Altenhof seit dem Jahre 1292 in Urkunden und Akten erwähnt wird. Ab Mitte des 16. Jahrhunderts wohnten zwei Familien auf Altenhof, je eine auf dem unteren und dem oberen Hof. 1695 wurden beide Pächter wegen mutwilliger Beschädigung der Wiesen vom Kloster mit einer Geldstrafe belegt. 1785 zählte Altenhof zum kurtrierischen Amt Manderscheid. Im Gefolge der Französischen Revolution versteigerte die französische Besatzungsregierung den Hof. Der große Klosterwald befindet sich seither im Staatseigentum. 1840 zählte Altenhof vier Häuser mit 41 Einwohnern. Im Jahre 1900 waren es sechs Häuser mit 30 Bewohnern. 2005 sind es 15 im Privatbesitz befindliche Häuser mit 31 Bewohnern. Außerdem betreiben die Himmeroder Zisterzienser den "Altenhof", einen landwirtschaftlichen Betrieb, als Kooperative gemeinsam mit zwei Landwirten aus Schladt und Oberöfflingen. Ort in Himmeroder Sagenkranz eingebunden

Bis 1975 gehörte Altenhof zur damals selbstständigen Gemeinde Burg/Salm, obwohl die Orientierung - beispielsweise schulisch gesehen - nach Großlittgen ging. Durch den Ausbau der Straße nach Landscheid hat sich dies gewandelt. Altenhof orientiert sich nun nach Landscheid. Kirchlich gehört der Altenhof jedoch weiterhin zu Großlittgen. Altenhof ist, wie manch anderer Ort der Umgebung, in den Himmeroder Sagenkranz eingebunden. Er wird in direkten Zusammenhang mit der Gründung des Klosters gebracht. Die ursprüngliche Absicht des heiligen Bernhard, ein Kloster im Wald, an der Stelle des heutigen Altenhofs zu gründen, bewog ihn dazu, sämtliche Baumaterialien dorthin zu bringen. In der Nacht aber sah er einen feurigen Kranz vom Himmel herabfallen. Als er am nächsten Tag an die Stelle eilte, wohin er den Kranz hatte fallen sehen, lagen die Baumaterialien säuberlich aufgeschichtet dort, mitten in einem Gebüsch voller Dornenhecken am Ufer der Salm. Bernhard sah dies als ein Zeichen des Himmels an und zog daraus den Schluss, dass dort der Ort sein müsse, an dem nach Gottes Willen das Kloster erbaut werden solle. Der Ort wurde anfänglich Himmelroth genannt, weil der Kranz, der vom Himmel fiel, von roter Farbe war. Später änderte sich der Name in Himmerod, weil Bernhard die Dornenhecken roden ließ, um das Kloster zu erbauen.