Monzelfelder Volksbühne muss Zwangspause einlegen

Monzelfelder Volksbühne muss Zwangspause einlegen

Wer sich seit Jahren auf die Theateraufführung der Monzelfelder Laiendarsteller freut, muss sich in diesem Jahr an den seit zwölf Jahren festen Terminen mit innerer Einkehr begnügen.

Monzelfeld. (urs) Die Mühlen der Behörden mahlen mitunter langsam - aber dafür beharrlich. Diese Erfahrung haben die Laienschauspieler der Monzelfelder "Volksbühne Abendrot" gemacht. Nachdem sie seit nunmehr 20 Jahren mit lustigen und auch mal ernsten Stücken begeistern, hat die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion Trier die diesjährige Aufführung vereitelt. Zwar hätte die Theatergruppe des Heimatvereins noch auf andere Termine ausweichen können. Doch nach zwölf Jahren mit Aufführungen in den letzten zwei November- sowie der ersten Dezember-Woche - also auch an Volkstrauertag und Totensonntag - war das von vorneherein zum Scheitern verurteilt."Das Hauptproblem war, dass wir das kurzfristig auf keine anderen Termine ändern konnten", erklärt Heimatvereinsvorsitzende Eva Bormann. Schließlich gilt es, bei der Anmietung der Bürgerhalle die Termine etlicher Interessengruppen zu berücksichtigen. Außerdem sind viele Mitwirkende berufstätig und müssen die Termine daher allein schon deshalb lange vorher einplanen. Ein schlichtes Vorverlegen innerhalb der Wochen sei daher nicht möglich gewesen. Außerdem beginne die "Maske" oft schon um 16 Uhr mit ihrer Arbeit."Zwanzig Jahre ist das keinem aufgefallen"

Abgesehen davon hatte sich in diesem Jahr aber auch die Besetzung zweier Rollen als problematisch erwiesen. Laut Bormann mangelt es der Gruppe, bei deren Aufführungen immer rund 150 Leute involviert seien, derzeit an Männern. Daher sei irgendwie eins zum anderen gekommen, hofft sie, dass es im kommenden Jahr wieder weiter gehen wird. Dabei denkt sie auch an das treue Publikum, das seit Jahren eine der sechs Aufführungen besucht. Für viele stehe fest: "Da nehmen wir uns nichts vor -dann gehen wir ins Theater."Ein wenig wundert sich Bormann aber doch über die unerwartete Hartnäckigkeit der Behörde. Selbst die Bemühungen seitens der Verbandsgemeinde seien erfolglos geblieben, kommentiert sie den Schriftwechsel, der sich über ein halbes Jahr erstreckte. Im Sommer sei dann endgültige die Order ergangen, der Volksbühne keine Erlaubnis zu erteilen. In ihrer Begründung verweist die ADD auf den Schutz der "Stillen Feiertage". An diesen Tagen "der Trauer, des Totengedenkens und der inneren Einkehr" seien öffentliche Veranstaltungen, die nicht den ernsten Charakter wahrten, untersagt. Dazu sagt Eva Bormann: "Zwanzig Jahre spielen wir Theater, und all die Jahre ist das keinem aufgefallen." Dabei seien die Termine stets frühzeitig bekannt gegeben worden. Die für 2007 zum Beispiel bereits ab dem Sommer 2006. Künftig generell ernste Stücke zu spielen, die dann vielleicht doch an den bisherigen Terminen aufgeführt werden dürften, ist für sie keine Alternative: "Die Zeiten sind ernst genug - die Leute sollen sich ja entspannen."