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Morbach erhält Energie-Zertifikat

Morbach erhält Energie-Zertifikat

Morbach hat sich, zusammen mit Universitäten, Institutionen und Städten in Deutschland und anderen Ländern Europas, an der Entwicklung eines Labels in der Energiepolitik beteiligt. Damit sollen europaweit Kommunen motiviert werden, die Energie einsparen und dabei die regionale Wertschöpfung fördern.

Morbach. Die Einheitsgemeinde Morbach hat eine neue Auszeichnung für ihr Energiemanagement erhalten. Für die 3,5 Jahre Mitarbeit an dem EU-Projekt Zeco[2]s ist sie mit einem Zertifikat geehrt worden, das ihr einen erfolgreichen Aufbau einer Null-Emissions-Strategie bescheinigt.
Zahlreiche Erhebungen nötig


Ziel des Projektes war es, gemeinsam mit Universitäten, Institutionen und Städten in Deutschland, Irland, England und Belgien ein Zertifikat zu entwickeln, um europaweit Kommunen auszuzeichnen, die über die jeweilige Gesetzeslage hinaus Energie und damit Kohlendioxid einsparen und so dem Klimawandel entgegenwirken.
Dazu sind zahlreiche Erhebungen nötig gewesen, sagt Michael Grehl von der Morbacher Verwaltung, der für die Einheitsgemeinde das Projekt begleitet hat.
Unter anderem musste man sich Fragen stellen wie: Wieviel Energie wird verbraucht? Wo gibt es Einsparpotenziale? Welche Potenziale stehen in der Gemeinde noch zur Verfügung, um Energie aus erneuerbaren Energiequellen zu produzieren?
Heizen mit Pellets


Dabei spielt auch die regionale Wertschöpfung eine große Rolle, sagt Grehl. "Wir haben pro Jahr 57 Millionen Euro Geldabfluss aus der Gemeinde Morbach für Energieträger wie Heizöl, Strom und Benzin", sagt er. Von den Häusern, die bis 1990 gebaut worden sind, seien etwa 75 Prozent ineffizient gedämmt, erklärt er.
84 Prozent der Immobilien werden mit Öl geheizt. Ein Beispiel für regionale Wertschöpfung ist die neue pelletbetriebene Heizanlage an der Grundschule, die auch weitere öffentliche Immobilien wie die Sporthalle und den Kindergarten mitversorgt.
"Hier haben wir ab dem ersten Tag des Betriebs eine regionale Wertschöpfung, weil die Pellets von hier kommen", sagt Grehl.
Die Kosten für das Nahwärmenetz in Höhe von rund 500.000 Euro sind wegen der Mitarbeit am Zeco[2]s-Projekt mit 250.000 Euro von der EU über das Programm Interreg IV B North-West-Europe (Interreg IV B NWE) gefördert worden.
Anders sieht es beim Strom aus. Hier werden bereits zwischen 45 und 55 Millionen Kilowattstunden pro Jahr in der Gemeinde erzeugt.
Die Privathaushalte verbrauchen nur etwa 17 Millionen. "Wir sparen durch die eigene Erzeugung jährlich 33.000 Tonnen Kohlendioxid", sagt Grehl.
Er sieht in der Einheitsgemeinde bei der Windkraft und Sonnenenergie noch ein hohes Potenzial, noch mehr Strom und Wärme zu erzeugen.
Zudem soll bei der öffentlichen Beleuchtung Strom eingespart werden: 20 Prozent der Straßenleuchten werden durch die RWE bis Ende 2015 auf LED umgestellt.
Entwicklung fortsetzen


Die Europäische Union entscheidet jetzt, ab wann das Zertifikat, das mit Morbacher Hilfe entwickelt worden ist, vergeben wird und welche Bedingungen die jeweiligen Kommunen erfüllen müssen, sagt Grehl.
Morbach sei jetzt gefordert, aufgrund der gesammelten Erkenntnisse an dem Thema Energiesparen und regionale Energieerzeugung dranzubleiben und die Entwicklung fortzusetzen. cst