Morbacher nehmen am Stadt-Land-Quiz des SWR teil

Medien : Stimmgewaltig und entscheidungsfreudig

Bei Aufnahmen zur Sendung Stadt-Land-Quiz löchert Moderator Jens Hübschen die Morbacher mit Fragen zum Thema Kommunikation. Auch hinter den Kulissen legen sich die Morbacher mächtig ins Zeug.

Als Fernsehmoderator Jens Hübschen am Oberen Markt in Morbach auf eine Frau zugeht, begleitet von einer Entourage von Kameraleuten, Tontechnikern und Redakteuren, wehrt diese sofort ab: „Nein, ich will nicht ins Fernsehen, ich habe zugenommen.“ Dabei ist der Anlass harmlos, weshalb sich der Moderator vom Südwestfunk mit seinem Team in Morbach aufhält.

In der Sendung „Stadt-Land-Quiz“ tritt Morbach gegen den rund 12 000 Einwohner zählenden Ort Remchingen zwischen Pforzheim und Karlsruhe an. Die Gemeinsamkeit beider Orte: Sowohl Morbach als auch Remchingen können ein Telefonmuseum vorweisen. So drehen sich die Fragen, mit denen Hübschen Leute auf der Straße und in Geschäften befragt, alle um das Thema Kommunikation.

Um Teilnehmer fürs Quiz zu finden, kennt der Moderator keine Scheu. Sein erster Weg führt in den Friseursalon Creativ. „Ich brauche zwei Mitspieler“, animiert er die Anwesenden. Inhaberin Gerlinde Kropp erklärt sich unter Lachen bereit. Hinzu kommt ihre Angestellte Julia Arnold, die einer Kundin im Frisierstuhl vor den Aufnahmen erst noch Farbe für Strähnchen aufträgt. Während sich die Kundin gedulden muss, geht es mit den Aufnahmen los. Hübschen und die beiden Teilnehmerinnen stellen sich in Position, während das sechsköpfige Team mit zwei Kameras und Leuchten sich in dem engen Salon zwischen Waschbecken und Trockenhauben gute Plätze sucht. Nach kurzem Auftakt zeigt der Moderator die Fragen: Was ist Braille, wie sieht Keilschrift aus? Nach wenigen Minuten zeigt der erleichterte Applaus bei Kropp und Arnold: Alle Schriften sind richtig zugeordnet. „Das macht 100 Punkte für Morbach!“

So führt der Weg des Teams durchs Dorf zum Wochenmarkt, wo Hübschen vor dem Obststand mit Hermann Bohn und Gerhard Esseln zwei Ur-Morbacher befragt. Teilnehmer Esseln zeigt sich clever: „Ich habe Ihnen in die Augen geschaut, da wusste ich, unsere Antwort ist richtig“, sagt er zum Moderator.

„Das kam überraschend,“ sagt Bohn zur Frage, wie er die Aufnahmen empfunden hat. „Es ist interessant, wie das Procedere so vor sich geht. Man muss sich schnell entscheiden.“ „Entscheidungsfreudigkeit bei großer Ahnungslosigkeit, das hilft beim Quiz“, lacht Hübschen, als die Kameras ausgeschaltet sind.

Dem Moderator gelingt es immer wieder, den Teilnehmern die Scheu vor den Aufnahmen zu nehmen. Im Blumenhaus Thömmes ist die Aufregung groß, als das Team schwungvoll den Laden betritt. „Zuerst denkt man, Fernsehen, Hilfe, Hilfe“, sagt Ingrid Keller, die dort arbeitet. „Man will sich ja nicht blamieren, wenn man Fragen falsch beantwortet.“ Doch als das fünfköpfige Team gemeinsam mit zwei Kunden Lösungen erarbeitet, legt sich die Aufregung.

„Wir sind froh, dass wir in dieser Runde genauso viele Punkte gesammelt haben wie Remchingen“, sagt Keller. Das Fernsehteam stellt sich nach den Aufnahmen mit den fünf Floristen und den beiden Kunden zum Erinnerungsfoto.

Zum Abschluss der Quizrunde in der Biergasse animiert Hübschen zwei Teilnehmer, gemeinsam den Raabe-Song „Kein Schwein ruft mich an“ anzustimmen. Die beiden stimmgewaltigen Morbacher werden von der Ehefrau einer der beiden beobachtet. Sie hält sich mit einem Schal ihren Mund fest zu, um bei laufender Kamera nicht laut loszulachen.

Während Moderator Hübschen in der Morbacher City unterwegs ist, ist Berthold Staudt beim Bilderquiz gefordert.

Ein kleines Detailfoto lässt nur wenig Rückschlüsse zu, wo der Ort der Aufnahme sein könnte. Doch der ehemalige Kämmerer der Gemeinde, unterstützt vom Pensionär Karl Mutsch, weiß sich zu helfen. Die Aufnahme wird per Mail in die Morbacher Verwaltung verschickt. „Das ganze Morbacher Rathaus hat mitgeraten“, sagt Staudt. Und auch, als Staudt und Mutsch das geforderte Selfie vor dem Aufnahmeort längst geschossen haben, kommen immer noch Anrufe auf Staudts Handy: „Hast Du schon am Mettlerhaus geguckt“, fragt eine Anruferin. Das Finale folgt im Telefonmuseum, wo Museumsbetreiber Siegfried Warth und Staudt in einer Schnellraterunde versuchen, die erforderlichen restlichen Punkte für den Sieg zu sammeln.

SWR-Redakteurin Florentine Fendrich ist nach dem Ende der Aufnahmen zufrieden: „Wir haben schnell gute und sympathische Teilnehmer gefunden und dabei viele lustige Situationen gehabt“, freut sie sich. Fendrich: „Es war schön spannend. Es ist bis zum Schluss offengeblieben, wer gewinnt.“

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