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Morbacher Orgelsanierung soll 2021 beginnen

Kirche : Morbacher Orgelsanierung soll 2021 beginnen

Unternehmen aus der Gemeinde, Bürger und Vereine haben bisher mehr als 80 000 Euro gespendet.

Das Bistum Trier hat der Morbacher Kirchengemeinde zur Sanierung der Orgel in der Pfarrkirche St. Anna ihren Segen gegeben. „Wir haben die Genehmigung bekommen“, freut sich der Morbacher Pfarrer Michael Jakob. Voraussetzung für die Genehmigung zur Instandsetzung des Instruments  war, dass die Kirchengemeinde zwei Drittel der Sanierungskosten in Höhe von 120 000 Euro, also 80 000 Euro, zur Verfügung hat. Durch Spenden sind bis jetzt sogar schon 85 000 Euro zusammengekommen. „Wir sind dankbar für diese hohe Summe“, sagt Jakob.

Nachdem die Entscheidung zur Sanierung der Orgel getroffen worden war und der Pastor 2014 mit Spendenaufrufen zur Finanzierung der Arbeiten begonnen hatte, hat er jetzt den Auftrag zur Sanierung an eine saarländische Firma geben können. Das wird frühestens 2021 der Fall sein, sagt er. Dabei will er berücksichtigen, zu welchen Zeiten die Orgel weniger benötigt wird und während der Sanierung für Ersatz sorgen. Zudem plant Jakob Aktionen, um die noch fehlenden 40 000 Euro zusammenzubringen.

Einen großen Teil des Gelds hat der Morbacher Pastor durch die Patenschaften für einzelne Orgelpfeifen sammeln können. Die Summen dafür erstrecken sich über insgesamt acht Preisstufen von zehn Euro für die kleinsten Orgelpfeifen über 75 Euro und 100 Euro für mittlere Pfeifen bis hin zu 200 Euro für die größten Pfeifen, die bis zu drei Meter lang sind. Zu den Paten gehören Privatpersonen, Gruppierungen und Morbacher Unternehmen. Eine Tafel in der Kirche gibt Auskunft, welche Orgelpfeifen schon Paten gefunden haben und welche noch einen Spender suchen. „Es wird Zeit, dass die Orgel saniert wird“, sagt er.

2014 hatte Markus Thome, Organist der Pfarreiengemeinschaft Morbach, dem TV die Probleme an der Orgel erläutert. Durch die offene Bauweise hatte sich viel Staub und Schmutz angesammelt. Für die Reinigung des Instruments muss die Orgel komplett zerlegt werden. Jede Pfeife wird dabei repariert, gesäubert und intoniert, minderwertige Pfeifen werden ersetzt. Pfeifenwerk, Windanlage und Windladen müssen grundlegend gereinigt und gegen Schimmelbefall präventiv mit einem Pilzvernichter behandelt werden.

Weiterhin sollen technische Dinge verbessert werden, denn der Motor, der die Luft in die Pfeifen pumpt, produziert zu wenig Druck. „Das ist so, als ob ein 100-PS-Motor in einem Auto nur 50 PS leistet“, hatte er in einem Vergleich deutlich gemacht. Zudem sollen mechanische Bauteile elektrifiziert werden. Durch eine Einzeltonsteuerung und weitere technischen Verbesserungen würden dann die Spielmöglichkeiten erweitert.

Zudem waren bei der zuvor erfolgten Reinigung 1988 offensichtlich ganze Pfeifenreihen nicht eingebaut worden. „Ganze Oktaven fehlen“, hat Thome festgestellt.