Morbacher Projekte auf dem Wartegleis

Morbacher Projekte auf dem Wartegleis

Das Morbacher Schwimmbad soll saniert werden genauso wie die Integrierte Gesamtschule. Die Grundschule braucht eine neue Heizung. Über diese Projekte wurde in der Gemeinde Morbach bereits diskutiert. Wie ist der Stand der Dinge? Der TV hat nachgehört. Konkret geplant ist noch nichts.

Morbach. Derzeit arbeitet die Gemeinde Morbach schwerpunktmäßig an ihren Kindergärten. Mehr als die Hälfte des investierten Geldes ist 2012 in die Kitas geflossen. Genauso ist es für dieses Haushaltsjahr geplant.
Doch was passiert mit anderen Projekten in der Einheitsgemeinde, die schon seit Längerem diskutiert werden?

Schwimmbad: Das Bad mit seinen rund 30 Jahre alten Anlagen ist laut Bürgermeister Andreas Hackethal in einem "passablen Zustand". Dennoch gebe es Handlungsbedarf, sagt Hackethal. Deshalb sind 20 000 Euro an Planungskosten in den diesjährigen Haushalt eingestellt worden. Auch in den Vorjahren war bereits Geld für die Planung reserviert worden.
Im Sommer 2011 hatte Hackethal zudem angekündigt, die Möglichkeiten für eine Saisonverlängerung im Morbacher Schwimmbad zu prüfen. Denkbar seien verschiedene Modelle, beispielsweise ein Tragluftzelt. Ob das Schwimmbad saniert oder neu angelegt wird, ist laut Verwaltungschef aber noch unsicher. Auch wann die Arbeiten erfolgen sollen, ist noch unklar.
Derweil heißt es im Schwimmbad jedes Jahr: die Schäden des Winters beseitigen. Hackethal schätzt, dass auch in diesem Jahr vor Saisonbeginn 10 000 Euro in die Freizeitanlage gesteckt werden müssen, um Schäden an den Fliesen und der Betongrundlage zu beseitigen. Bereits in den Vorjahren hatten diese Arbeiten zwischen 8000 und 12 000 Euro gekostet.

Integrierte Gesamtschule: Derzeit investiert der Schulträger, ein Zweckverband, dem die Einheitsgemeinde Morbach und der Landkreis angehören, rund 2,5 Millionen Euro in einen neuen Gebäudetrakt. Dort werden die Mensa für die Ganztagsschüler sowie die Bibliothek untergebracht.
Doch die Fenster an der ehemaligen Hauptschule, die 1969 bezogen wurde, sind blind geworden. Zudem entspricht die energetische Sanierung des Komplexes nicht den heutigen Anforderungen. "Wir wollen die Gebäude aus einer Hand sanieren lassen", sagt Hackethal. Dazu soll ein Sanierungskonzept erstellt werden, bei dem auch der zusätzliche Raumbedarf der Integrierten Gesamtschule berücksichtigt wird.
Zusätzliche Räume für Oberstufe


Denn ab 2015 werden zusätzliche Räume für die gymnasiale Oberstufe benötigt. "Ob die Erweiterung der Schule bis dahin fertig ist, ist ungewiss", sagt Hackethal. Dazu sind auch noch Abstimmungen mit der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) notwendig.
Denkbar wären Aufstockungen der Schulgebäude um eine weitere Etage oder der Bau eines neuen Schultraktes. "Wir wollen ein Gesamtkonzept, kein Stückwerk", sagt der Bürgermeister.

Heizungsanlagen in öffentlichen Gebäuden: Im Januar 2011 hatte der Morbacher Gemeinderat das Nahwärmeprojekt gekippt, für das sich Hackethals Vorgänger Gregor Eibes starkgemacht hatte. Die ursprüngliche Planung sah vor, alle öffentlichen Gebäude zentral mit Wärme zu versorgen.
Wie dringend sind solche Neuerungen? Kurzfristiger Bedarf besteht laut Hackethal lediglich bei der Heizung in der Morbacher Grundschule. "Dort prüfen wir intensiv, was man machen kann", sagt er.
Energieverluste unvermeidlich


Möglich sei alles, vom Mikrowärmenetz bis hin zur Pelletheizung. Dieses Jahr soll noch eine Entscheidung fallen.
Bei Kindergarten und IGS sieht Hackethal derzeit keinen Bedarf für neue Heizanlagen. Theoretisch kann er sich mittelfristig ein Mikronetz für die IGS und das Sportzentrum vorstellen, sieht aber auch Probleme: "Durch die Entfernungen sind Energieverluste unvermeidlich."
Nach der Fusion von Realschule und Hauptschule zur IGS sind die Heizsysteme beider Schulkomplexe zusammengelegt worden.
Derzeit wird die IGS von der Anlage in der ehemaligen Hauptschule beheizt, die in einem guten Zustand sei und noch einige Zeit laufen werde, sagt Hackethal.
Doch langfristig wolle man auf jeden Fall vom Öl wegkommen. Immerhin würden alleine in der Integrierten Gesamtschule pro Jahr bis zu 140 000 Liter Öl verbrannt.

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