Morbacher Sparbuch wird dicker
2007 ist für die Morbacher Gemeindekasse ein erfreuliches Jahr gewesen. Statt wie geplant knapp 332 000 Euro vom Sparbuch abzubuchen, legte die Gemeinde zusätzlich 391 000 Euro auf die hohe Kante.
Morbach. Einen "sehr guten Jahresabschluss" konnte Bürgermeister Gregor Eibes der Morbacher Kommunalpolitik in der jüngsten Gemeinderatssitzung vorlegen. Ein kurzer Rückblick: Schon der Nachtragshaushalt, den der Rathaus-Chef im November 2007 einbrachte, konnte sich sehen lassen. Damals verkündete Eibes ein sattes Plus von 1,2 Millionen Euro an Gewerbesteuern im Vergleich zum Haushaltsentwurf. Der Jahresabschluss - also das echte Endergebnis - fällt nochmals deutlich besser aus. Diesmal liegt es allerdings nicht an sprudelnden Steuereinnahmen. In dem Bereich hat sich die Situation zwar nochmals um knapp 138 000 Euro verbessert. Aber die Einnahme-Seite im Verwaltungshaushalt ist unterm Strich um 147 000 Euro rückläufig. Deutlich gespart wurde dagegen im Ausgabenbereich. Hier schlägt vor allem der Bereich der "sonstigen sächlichen Ausgaben" mit einem Minus von 244 000 Euro zu Buche. Unter anderem verdankt die Gemeindekasse diese Gelder dem milden Winter, in dem deutlich weniger für Streusalz, Heizung und Strom gezahlt werden musste, als die Gemeinde kalkuliert hatte. Auch Einsparungen bei der Gewerbesteuer-Umlage (-230 000 Euro) und der Sozialhilfe (-122 000 Euro) tragen zum verbesserten Rechnungsergebnis bei. Die Konsequenz: Dem Vermögenshaushalt 2007 - dem investiven Bereich des Etats - konnten letztlich 2,63 Millionen Euro zugeführt werden. Der Gesetzgeber fordert eine Pflichtzuführung von 292 000 Euro. Diese wird mit 2,34 Millionen Euro mehr als deutlich überschritten. Im Vergleich zum Nachtragshaushalt erhöht die Gemeinde nochmals um 653 000 Euro.Die gute Finanzsituation macht sich vor allem bei den Investitionen bemerkbar. Inklusive der übertragenen Haushaltsreste hat Kämmerer Berthold Staudt schließlich knapp 4,4 Millionen verbucht. Unter Haushaltsresten versteht man Finanzmittel für Projekte, die bereits für ein Projekt bewilligt sind, aber aus unterschiedlichen Gründen bis zum Jahresende nicht ausgegeben werden konnten. "Diese gehen allerdings nicht verloren", versicherte der Rathaus-Chef. Knapp drei Millionen flossen allein in Bauvorhaben. Statt wie noch im Nachtrags-Etat vom November geplant, aus den Rücklagen knapp 332 000 Euro zu entnehmen, konnten knapp 391 000 Euro aufs kommunale Sparbuch gelegt werden. Die Höhe der Schulden wurde durch Tilgungen von 292 000 Euro auf 4,78 Millionen Euro (Stand: Ende 2007) reduziert. Dem gegenüber stehen im Endergebnis Rücklagen in Höhe von knapp 1,8 Millionen Euro. Darin ist die beschlossene Sonderrücklage für Pensionen in einer Höhe von 500 000 Euro noch gar nicht enthalten. Traumzahlen bei den Gewerbesteuern
Alles in allem bilanzierte Eibes eine "sehr erfreuliche Entwicklung", bremste allerdings den Optimismus der Fraktionen ein wenig: "Die Unternehmenssteuerreform wird uns Geld kosten." Die in 2007 11,24 Millionen Euro unterm Strich eingenommenen Gewerbesteuern kommentierte Eibes folgendermaßen. "Diese Traumzahlen werden wir wahrscheinlich nicht mehr erreichen können." Der Gemeinderat hatte die Jahresrechnung einstimmig abgesegnet. Auch die Entlastung von Bürgermeister und Beigeordneten erfolgte einstimmig.