Morbacher Thomas Krämer baut Sehenswürdigkeiten mit Legosteinen nach

Freizeit : Alles aus Lego: Mettlerhaus und Baldenau

Der Morbacher Thomas Krämer baut Sehenswürdigkeiten aus der Einheitsgemeinde Morbach mit Legosteinen nach. Einige davon stellt er jetzt in Berlin aus.

Der Faszination Lego sind viele  Menschen in ihrer Kindheit erlegen. Ritterburgen, Raumschiffe, Autos: Die bunten Steine bieten viele kreative Möglichkeiten. Doch den Morbacher Thomas Krämer hat das Fieber auch im Alter von 45 Jahren nicht losgelassen. „Als Kind hat mich Lego schon fasziniert. Und seit zehn Jahren bin ich den bunten Steinen wieder verfallen“, sagt er. Doch baut der Bankangestellte nicht einfach die vorgeschlagenen Sets des Herstellers nach, sondern entwickelt eigene Motive. Sein neuester Clou ist ein selbst entworfenes Modell des Hauses Mettler am Unteren Markt in Morbach, entwickelt nach einer gezeichneten Ansichtskarte, die das Gebäude um das Jahr 1900 zeigt. So ist das in den 1970er Jahren abgerissene Pfarrhaus an der linken Seite zu sehen. Dafür fehlt die rechte Seite des Gebäudes zur Biergasse hin, in dem viele Jahre das Verkehrsamt untergebracht war und in dem sich heute ein Sportgeschäft befindet. Viele Details hat Krämer beim Bau berücksichtigt. So sind vor dem Gebäude kleine Pferche mit Schweinen zu erkennen. „Der Untere Markt war der Schweinemarkt, diese sind damals dort gehandelt worden“, sagt er.

Insgesamt hat er für das Modell mit 5000 Legosteinen ein halbes Jahr Bauzeit benötigt, sagt Krämer. Eine Planzeichnung vorher gibt es bei ihm nicht. „Ich baue drauf los, muss die Steine in der Hand haben“, sagt er. „Wenn es nicht passt, baue ich lieber nochmal neu.“ Was noch fehlt, sind die Abbildungen auf dem Balkon. Dafür hat er Legosteine an einen Fachmann geschickt, der ihm diese mit den Originalmotiven bedruckt. Am dritten Oktober stellt Krämer das Mettlerhaus in der rheinland-pfälzischen Landesvertretung in Berlin aus, zusammen mit weiteren Exponaten des Vereins „Lauter Steine e.V.“ aus Kaiserslautern, bei dem Krämer Mitglied im Vorstand ist. Der Legobauverein fährt mit elf Personen nach Berlin. Neben dem Mettlerhaus haben sie unter anderem Modelle der Fruchthalle Kaiserslautern, des Hambacher Schlosses und der Pfalzgrafenstein bei Kaub dabei, die sie dort ausstellen. „Wir zeigen Rheinland-Pflaz in Lego“, sagt Krämer. Er nimmt dann außerdem noch ein Modell der Burgruine Baldenau mit, das er vor einigen Jahren bereits in der Morbacher Filiale der Sparkasse Mittelmosel ausgestellt hat sowie ein Modell des Jakob-Maria-Mierscheid-Weges. Auch für den Bau dieses zwei Meter mal 50 Zentimeter großen Modells, in dem er Morbacher Sehenswürdigkeiten wie die Hoxeler Brücke und die Walholzkirche eingebaut hat, hat er rund ein halbes Jahr gebraucht, sagt Krämer. Besonders aufwendig sind die 300 Grashalme gewesen, die er jeweils auf die 16 Platten gesteckt hat: „Die habe ich alle mit einer Pinzette eingesetzt“, sagt er. Mit integriert sind das Morbacher Logo, die stilisierte Holzscheibe mit Herz in der Mitte, sowie der passende Schriftzug. Dazu sitzt auf einer Bank vor der nachgebildeten grauen Lay eine Figur: „Das ist Jakob Maria Mierscheid. Mein Legonachbau ist der Beweis, dass er lebt“, sagt Krämer mit einem verschmitzten Lächeln.

Doch zurück zum Mettlerhaus:  Dieses Gebäudemodell soll nur der  Anfang sein für eine umfassendere Ansicht des historischen Morbachs. Nach und nach will Krämer alle Häuser rund um den Unteren Markt nachbauen, so wie sie um 1900 dort gestanden haben und in einer Collage zusammenfügen. „Es geht peu à peu weiter“, sagt Krämer.

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