Morbachs Bürgermeister Andreas Hackethal nutzt eine Gemeinderatssitzung, um Bürger zu ehren. Auch Landrat Gregor Eibes war zu Gast - und fand deutliche Worte zum Thema Kommunalreform.

Kommunalpolitik : Landrat Eibes fordert in Morbach volle Aufmerksamkeit in Sachen Kommunalreform

Morbachs Bürgermeister nutzt eine Gemeinderatssitzung, um Bürger zu ehren. Landrat Gregor Eibes ist zu Gast. Er mahnt die Politik zu strenger Aufmerksamkeit in Sachen Kommunalreform.

So viele Besucher gibt es selten in einer Gemeinderatssitzung: In Morbach füllen am Mittwochabend rund 120 Personen den Saal beim jüngsten Treffen des Gremiums im Rathaus. Zu Beginn seiner zweiten Amtszeit widmet Bürgermeister Andreas Hackethal eine Gemeinderatssitzung jenen Bürgern, die sich viele Jahre lang für die Kommune eingesetzt haben. Auch die Ernennung des Bürgermeisters, der in der Kommunalwahl für weitere acht Jahre Amtszeit wiedergewählt wurde, steht auf der Tagesordnung.

„Formell ist das eine Ratssitzung. Wir wollen aber heute auch denjenigen einmal eine Ehrung zuteil kommen lassen, die sich über Jahre, ja über Jahrzehnte für die Gemeinde eingesetzt haben. Das ist nämlich keine Selbstverständlichkeit,“ sagt Bürgermeister Andreas Hackethal.

Und so wird aus einer Ratssitzung dann tatsächlich auch ein großes gesellschaftliches Event - worauf schon zu Beginn der Sektempfang und die bereitliegenden Häppchen hindeuteten. Neben dem aktuellen Gremium sind daher auch ausgeschiedene Mitglieder des Gemeinderates, Beigeordnete und Ortsvorsteher im Publikum. Weitere Gäste sind die Schul- und Kita-Leitungen und Repräsentanten der Polizei, der Feuerwehr und der Kirchengemeinde, der ehemalige Landtagsabgeordnete Günter Rösch und Landrat Gregor Eibes.

Nach den Ehrungen der ehemaligen Ratsmitglieder, Beigeordneten und Ortsvorsteher übernimmt Dietmar Thömmes die Sitzungsleitung und überreicht Hackethal die Ernennungsurkunde für die nächsten acht Jahre Amtszeit. Thömmes lobt die Arbeit der vergangenen acht Jahre: „Die Gemeinde ist gut aufgestellt. Die Polizeiinspektion ist in Morbach geblieben, man kann mittlerweile auch in Morbach Abitur machen.“

Hackethal betont daraufhin die Bedeutung des Wirtschaftsstandortes Morbach, der auch in Zukunft weiter entwickelt werden soll. Zwar sei es zu begrüßen, dass die B 50 neu, sobald der Hochmoselübergang fertig ist, den Hunsrück besser erschließe. Aber nach wie vor bleibe ein 15 Kilometer langes Nadelöhr auf der Hunsrückseite übrig, in dem der Verkehr nur einspurig fließe. „Das überlastet jetzt schon den Kreisverkehr am Belginum,“ sagt Hackethal.

Auch auf die seit vielen Jahren anstehende Kommunalreform mit der Auflösung der Verbandsgemeinde Thalfang geht Hackethal ein. „Vom Grundsatz her macht es Sinn, dass Teile der Verbandsgemeinde Thalfang an die Einheitsgemeinde Morbach kommen, aber nur bei klarer Finanzierungsstruktur und klarer Perspektive.“

Auf die Kommunalreform geht auch Landrat Gregor Eibes ein: „Es hat sich nicht viel für Morbach getan, vielleicht ist das auch ganz gut so. Egal, was nun aus Mainz kommt, gebe ich eine Parole aus: ,Habt Acht!’ Legt strenge Aufmerksamkeit darauf, dass die Gemeinde Morbach durch die Kommunalreform nicht eingebremst wird. Passt auf, dass - wenn etwas kommt - es nicht zum Nachteil von Morbach kommt!“ Diese strenge Mahnung federt Eibes ab, in dem er Hackethal eine „schöne Regierungserklärung“ attestiert und ihm zum „zweitschönsten Job der Welt“ gratuliert und fügt augenzwinkernd hinzu, dass der schönste Job nach wie vor die Position des Landrates sei.

Dietmar Thömmes überreicht Andreas Hackethal (Zweiter von rechts, mit Frau Katja und den Kindern Anne und Lukas) die Ernennungsurkunde. Foto: TV/Hans-Peter Linz

Beim anschließenden Empfang kommt es zu munteren, informellen Gesprächen - eine etwas andere Ratssitzung, die aber auch ihren Teil zum Leben in der Gemeinde beiträgt.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Empfang im Morbacher Rathaus