Geschäftsführer Leo Wächter sieht Kommune in der Pflicht : Mosel-Kino soll rasch öffnen

Geschäftsführer des kommunalen KInos in Bernkastel-Kues  Leo Wächter sieht Öffnung der Einrichtung als „gesellschaftliche Pflicht“ an. Das Jubiläumsfest wird nicht nachgeholt.

Leo Wächter, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues und Geschäftsführer der Mosel-Kino GmbH, geht mit hoher Wahrscheinlichkeit davon aus, dass das kommunale Kino in Bernkastel-Kues Ende Mai wieder geöffnet werden kann. Das Öffnungskonzept der Landesregierung von 13. Mai sieht vor, dass Kinos ab dem 27. Mai mit Auflagen aufmachen können. „Die Auflagen selbst kennen wir allerdings noch nicht.“ Wächter geht allerdings von den bekannten Regeln aus: Abstandsregeln, Masken- und Registrierungspflicht. Auch eine Plexiglasscheibe an der Kasse wie in den Supermärkten soll installiert werden.

Eröffnet werde voraussichtlich nicht am Mittwoch, 27. Mai, sondern einen Tag später. Denn donnerstags ist der Start in die neue Kinowoche. Hundertprozentig entschieden ist das noch nicht. Das letzte Wort haben am kommenden Montag, 18. Mai, die Gesellschafterversammlung und der Beirat des Mosel-Kinos, der aus Vertretern aller Fraktionen des Verbandsgemeinderates besteht.

Doch dass man öffne, steht für Wächter völlig außer Frage. Die Familien hätten in den vergangenen Wochen erhebliche Entbehrungen erlitten. Deshalb sieht er es gerade als „gesellschaftliche Pflicht“ der Verbandsgemeinde an, den Familien die Möglichkeit zu bieten, ins Kino zu gehen.

Mit welchen finanziellen Konsequenzen rechnet Wächter, der seit neun Jahren als Geschäftsführer der Einrichtung fungiert? Durch die Abstandsregeln dürfte nur jeder dritte der 238 Kinosessel besetzt werden. Und jede zweite Reihe werde voraussichtlich leer bleiben.

Die Einrichtung ist wegen der kommunalen Trägerschaft – sie wird von der Verbandsgemeinde betrieben – nicht den gleichen Zwängen ausgesetzt wie kommerzielle Kinos.

Dennoch hat Wächter als Geschäftsführer die finanzielle Entwicklung im Auge: Die Wochen der Schließung habe das Kino schon sehr getroffen, aber er hoffe, bis zum Jahresende „mit einem blauen Auge davonzukommen“. Man habe in den vergangenen Jahren gut gewirtschaftet und in den vergangenen neun Jahren im operativen Geschäft stets positive Ergebnisse erwirtschaftet, so dass er hoffe, keine finanzielle Unterstützung der Kommune zu benötigen.

Im Übrigen sei auch in der Vergangenheit nicht jede Filmvorführung ausverkauft gewesen. Es habe auch bislang Veranstaltungen mit freien Plätzen gegeben. Und sei die Nachfrage für einen bestimmten Film mal sehr groß, dann sei es auch möglich, ihn in zwei Sälen zu zeigen. Die technischen Voraussetzungen dafür seien gegeben.

Das Jahr 2020 ist für Kinoliebhaber der Moselstadt ein ganz besonderes: Denn es gibt exakt seit 100 Jahren in Bernkastel-Kues ein Lichtspielhaus, wie man früher sagte. Die aus diesem Grund geplante Jubiläumsveranstaltung im März fiel wegen Corona aus. Laut Wächter soll sie auch nicht nachgeholt werden.