Mosel-Vorgelände erhält neues Gesicht

ZELTINGEN-RACHTIG. (urs) Das Kelterhaus Schorlemer präsentiert sich in neuem Glanz, und Rachtig hat endlich einen Dorfplatz. Zeit zum Verschnaufen bleibt der Gemeinde Zeltingen-Rachtig aber nicht.

Der 2005 beginnende Ausbau der Bundesstraße 53, der Zeltinger Uferallee, stellt die Gemeinde vor eine neue Herausforderung. Da sie für Gehwege und Parkflächen zuständig ist, sind in einem Verbesserungen auf dem Mosel-Vorgelände sowie für Fußgänger in Arbeit. Im Zuge des Straßenbaus werden die teils nur geschotterten Stellplatzflächen befestigt und in Richtung Schleuse erweitert werden. Ein völlig neues Gesicht wird die Durchgangsstraße dadurch erhalten, dass die Fahrbahn etwas in Richtung Mosel verlagert wird. Auf diese Weise entsteht entlang der Häuserfront Platz für einen Gehweg. Bedauerlich ist nur, dass dafür Bäume weichen müssen, für die allerdings Neupflanzungen vorgesehen sind. Ohne die Investition des Bundes summieren sich Ausgaben der Gemeinde auf 1,2 Millionen Euro. Für 670 000 Euro (Stellplatzausbau, Gestaltung Mosel-Vorgelände, Park- und Ride-Plätze) stehen 280 000 Euro Zuschuss in Aussicht. Hinzu kommen 130 000 Euro, die für Gehwege und Beleuchtung (gesamt 500 000 Euro) bewilligt sind. Gedulden müssen sich die Anwohner der Weingarten-, Fähr- und Bergstraße. Um eine Umleitungsmöglichkeit während der Bauzeit zu haben, werden diese Vorhaben geschoben. Fraglich ist auch, ob der Endausbau "Niederflurstraße" noch 2005 beginnt, während der "In der Löhn" und im Neubaugebiet "Stationenweg" gesichert scheint. Toiletten bereits im Bau

Sichtbare Fortschritte gibt es beim Dorfplatz Rachtig, der voraussichtlich weniger kosten wird als die veranschlagten 186 000 Euro. Laut Ortsbürgermeister Manfred Kappes, gleichzeitig Rachtigs Ortsvorsteher, fehlen derzeit noch die Überdachung des Podiums sowie Bänke. Die Toiletten im Pfarrheim gegenüber seien bereits im Bau. Noch nicht begonnen wurde mit dem neuen Wohnmobilstellplatz, der unterhalb Rachtigs an den Campingplatz Zeltingen anschließen soll. Unabhängig von diesen Vorzeige-Projekten enthält der Vermögenshaushalt mit 2,4 Millionen Euro auch diverse Klein-Projekte. So sind neue Geräte und ein Sicherheitszaun für den Spielplatz sowie Zuschüsse für beide Kirchengemeinden beschlossen. Außerdem werden die Touristiker neu ausgestattet und der Leader-Plus-Themenwanderweg mit 20 000 Euro auf den Weg gebracht. Obwohl sich viel in der Gemeinde tut, ist Kappes mit dem Haushaltsplan nicht uneingeschränkt glücklich. Grund dafür ist weniger die Schuldenlast von langfristig 600 000 Euro, die sich bis Ende des Jahres auf 1,1 Millionen Euro erhöhen wird. Bedrückender empfindet Kappes das Defizit des Verwaltungshaushalts mit 1,6 Millionen Euro an Einnahmen und zwei Millionen Euro an Ausgaben. In den fehlenden 400 000 Euro sind zudem 217 000 Euro aus dem Jahr 2003 enthalten. Es sei schon "erschreckend, auch Besorgnis erregend", kritisiert Kappes die fehlenden Möglichkeiten der Gemeinde, daran viel zu ändern. "Durch die Pflichtausgaben sind uns die Hände gebunden." Zu Lasten der Ortsentwicklung soll das aber nicht gehen, wie 20 000 Euro signalisieren, die für ein Konzept zur Schließung der Baulücke zwischen den Ortsteilen bereit stehen. Gleichzeitig ist an die Erweiterung des Gewerbegebietes Ürziger Mühle gedacht. Vorhaben wie diese dürfen nach Ansicht von Kappes nicht ins Hintertreffen geraten. Um für die Zukunft gewappnet zu sein, seien Investitionen in die Infrastruktur - wie in Straßenbau, Tourismus, Campingplatz oder den Wanderweg - unverzichtbar. Immerhin habe die Gemeinde auch viele junge Bürger und wolle weitere für sich gewinnen.