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Mosel-Weinbautage hatten ihre digitale Premiere mit 400 Teilnehmern

Weinbau : Digital und von zu Hause aus

Die Mosel-Weinbautage hatten ihre digitale Premiere: Rund 400 Teilnehmer verfolgten am ersten Tag die Vorträge am Bildschirm.

Der erste digitale Weinbautag wurde seinem Motto Moseltaldigital vollends gerecht. Dabei gab der neue Dienststellenleiter des DLR Mosel, Norbert Müller, in seiner Eröffnungsansprache klar zu verstehen, dass er die Digitalisierung in der Landwirtschaft und im Weinbau im positiven Sinn weiterentwickeln möchte.

Mit knapp 400 Teilnehmern aus verschiedensten Weinanbaugebieten – auch über die deutschen Grenzen hinaus – die über verschiedene Plattformen die digitalen Weinbautage von zuhause aus verfolgen konnten, wird der erste Tag der digitalen Weinbautage Mosel als voller Erfolg gewertet.

Das Thema des ersten Vortrags – Unterstockbewirtschaftung 4.0 – dominiert die Weinbautechnik. Dieser Umstand ist laut Referent Daniel Regnery (DLR Mosel) nicht zuletzt der Debatte um den Wirkstoff Glyphosat geschuldet. Innerhalb dieses Themas gebe es kein Allheilmittel. Zwar hätten die Maschinenhersteller in den vergangenen Jahren eine ganze Bandbreite an technischen Neuerungen präsentiert, diese böten in Solo-Anwendungen jedoch nur kurzfristigen Erfolg, beziehungsweise gingen mit weiteren Problemstellungen einher. Vor allem gelte dies für den Steillagenweinbau. Es gebe nicht DIE Lösung für den Unterstockbereich, sondern eine situationsangepasste.

Die Unterstockbewirtschaftung ohne den Einsatz von Herbiziden werde gerade vor dem Hintergrund der Steillagen kein leichter Weg werden. Ein Anreiz für die Winzer sei, Unterstockpflegegeräte in Verbindung mit Fördermitteln anschaffen zu können. Auf Initiative des DLR Mosel konnte die Investitionsförderung auf Unterstockpflegegeräte für den Steilhang erweitert werden.

VitiMeteo war das Schlagwort des Vortrags von Markus Scholtes vom DLR Mosel – ein Prognosemodell gestützt auf Wetterdaten vieler Wetterstationen in den Weinbergen entlang der Mosel und Ahr. Es ermöglicht die Infektionsrisiken der bedeutendsten Rebkrankheiten durch hinterlegte Algorithmen abzubilden und für die einzelnen Stationen zu prognostizieren. Damit können die Gefahren abgeschätzt und angepasste Strategien im Pflanzenschutz angewendet werden.

Ein zukünftiges Projekt mit dem Namen VitiMikroKlim geht noch weiter ins Detail, so dass aus schlagspezifischen Wetterdaten für einzelne Schläge spezifische Pflanzenschutzstrategien erstellt werden können.

Im letzten Fachvortrag des Tages berichtete Dr. Philipp Rüger vom DLR Rheinhessen-Nahe-Hunsrück über die Weinbauberatung in der Zukunft. Der GeoBox-Messenger sei eine kostenlose Plattform für Winzer und Landwirte, die der digitalen Beratung sowie Kommunikation dienen soll. So sollen mit dieser App zukünftig kulturspezifische Beratungen zwischen Beratern und Winzern stattfinden. Darüber hinaus dient dieser Messenger auch der Kommunikation der Winzer untereinander oder innerhalb eines Betriebes. Des Weiteren sollen über diese Plattform Beratungsinformationen wie beispielsweise Rebschutzhinweise oder Weinbauinformationen bereitgestellt werden oder auch Wetterdaten abrufbar sein. Der GeoBox-Messenger kann kostenlos über entsprechende App- beziehungsweise Play-Stores heruntergeladen werden.