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Moselhochwasser bringt im Kreis Bernkastel-Wittlich kaum Schäden

Wetter : Hochwasser an der Mosel verläuft glimpflicher als befürchtet

Die Vorsichtsmaßnahmen zahlen sich an der Mosel aus. Es kam zu keinen größeren Schäden und die Pegel sinken schon wieder.

 Viele der vom Moselhochwasser betroffenen Orte haben sich gut auf die Wassermassen, die am Wochenende über die Ufer traten, vorbereitet.

Während im Kreis Bernkasel-Wittlich die Ortslagen Kesten und Lieser durch den Hochwasserschutz mit Wällen und verschließbaren Toren vor Überflutungen geschützt sind, sieht es weiter flußabwärts in Ürzig anders aus.

Hochwasser an der Mosel: Wie Anwohner damit umgehen

Dort hat man sich, wie beispielsweise beim Traditionsweingut „Mönchhof“, einem der ältesten Weingüter an der Mosel, bereits am Freitag auf ein mögliches Hochwasser eingestellt.

Schilder wurden abmontiert und Weinfässer im Keller gut gesichert. Denn, obwohl ein leeres Eichenfass rund 70 Kilo wiegt, würden die Fässer schnell aufschwimmen, sollten die Keller mit Wasser vollaufen. „Wir sind lieber zeitnah gut vorbereitet, als durch ein Hochwasser böse überrascht zu werden“, hieß es von Seiten des Weingutes, dessen Anwesen direkt an der Uferpromenade liegt.

Hochwassersituation am Sonntag in Trier

Auch die Zapfsäulen der Tankstelle an der B53 in Ürzig wurden bereits am Freitag abmontiert. Eine reine Vorsichtsmaßnahme, die sich aber schon am Samstag Mittag als berechtigt erwies. Denn dann erreichte das Hochwasser die Stelle, wo vorher noch die Zapfsäule stand. Auch die Bundesstraße selbst war entlang der Ortsdurchfahrt Ürzig nicht mehr befahrbar.

Für viele Kinder war die Uferprommenade denn auch ein kleiner Abenteuerspielplatz geworden. Isabelle Justen war dort mit ihren beiden Kindern spazieren. Auch wenn sie selbst nicht direkt vom Hochwasser betroffen ist, kann sie verstehen, warum es für manch einen Anwohner ein immer wiederkehrendes Ärgernis ist. „Es gibt Menschen, die direkt am Wasser wohnen, die direkt betroffen sind und jedes Jahr das Wasser im Keller haben. Für die ist es schon anstrengend, sagt die junge Ürzigerin. Aber auch unsere Familie hat das Moselhochwasser schon anders erlebt. Da mussten wir beim Nachbarhaus durch den Hintereingang herausgehen, weil wir selber nicht mehr aus unserem eigenen Haus kamen. Da hört der Spaß dann für uns auf“.

 Gegen Mittag war am Pegel Zeltingen der Scheitepunkt des Hochwassers mit 8,31 Metern erreicht, Tendenz fallend. Erleichtert zeigte sich auch Ürzigs Ortsbürgermeister Mirko Dornbach; er sah seine Bürger gut vorbereitet. „Da wir für Ürzig derzeit einen Pegel von deutlich unter neun Metern erwarten, sind wir hier noch recht entspannt. Die Anwohner direkt am Moselufer haben erstmal alles getan, was man in der Vorbereitung machen kann. Die Keller sind alle geräumt und nun warten wir auf das, was noch passiert“, so Mirko Dornbach am Sonntagmittag.Neben dem eigentlichen Hochwasser bereiten den Gemeinden aber auch immer wieder große Mengen an Treibholz Probleme, die von den Wassermassen mitgerissen werden.

„Zum Teil treiben da richtig große Baumstämme im Wasser“, die dann im schlimmsten Fall alles mitreißen, was ihnen in den Weg kommt, sagte Mirko Dornbach. Doch das, was jetzt noch zu erwarten ist, sieht deutlich entspannter aus, als das, was noch vor Tagen in den Prognosen angekündigt wurde.

 Bei Lieser ist die Straße nach Kesten überschwemmt.
Bei Lieser ist die Straße nach Kesten überschwemmt. Foto: Andreas Sommer
 Die Ürziger Tankstelle ist gegen Hochwasser gesichert.
Die Ürziger Tankstelle ist gegen Hochwasser gesichert. Foto: Andreas Sommer

Zwar wurden entlang der Mosel etliche Straßen überschwemmt und mußten gesperrt werden, doch für die meisten Anwohner der vom Hochwasser betroffenen Orte ging es diesmal glimpflich aus.