Moseloperette zieht Gäste nach Zeltingen-Rachtig

Musik : Moseloperette ist nach wie vor beliebt

Auf dem historischen Zeltinger Marktplatz hat die diesjährige Spielreihe des Schauspiels Zeltinger Himmelreich begonnen. 300 Besucher waren von der Premiere begeistert.

Ein Dauerbrenner lockt die Touristen nach Zeltingen-Rachtig. Am Freitag hatte die Moseloperette Zeltinger Himmelreich, die alle zwei Jahre aufgeführt wird,  Premiere für diese Spielsaison. „Wer hat die Moseloperette noch nicht gesehen?“, fragt die neue Ortsbürgermeisterin Bianca Waters die 300 Zuschauer auf den vollbesetzten Rängen. Rund die Hälfte der Anwesenden heben ihre Finger, erleben das Schauspiel also zum ersten Mal.

Und dann starten die mehr als 50 Schauspieler und die Musiker des Projektorchesters, zumeist Mitglieder von ortsansässigen Vereinen, mit der Aufführung auf dem Zeltinger Marktplatz mit seinem von Fachwerkhäusern geprägten Ambiente. Rund 100 Menschen sind insgesamt bei den Aufführungen beteiligt. Und die Zuschauer haben sichtlich ihren Spaß, als Ratsmitglieder aus Zeltingen und Rachtig sich erst nichts gönnen und dann doch ihre Einigkeit beschwören, die Mütter des Liebespaares Franz und Rosemarie sich ihre gegenseitige Abneigung demonstrieren und beide ein Veto zur Verbindung ihrer Kinder einlegen.

Als der Sekretarius Vinzenz Schmitz aus Köln von den ortsansässigen Winzern mit Essig hinters Licht geführt wird und anschließend dem stotternden Schreiber einen Brief diktiert, sind die Besucher des Spektakels endgültig begeistert und folgen dem weiteren Schauspiel mit der Ankunft der argentinischen Schönheit Valencia Argentino und sich den daraus entwickelnden Liebesverwicklungen mit viel Szenenapplaus.

Im Vergleich zu den Aufführungen vor zwei Jahren hat sich in der Besetzung der Rollen nur wenig geändert, sagt Spielleiter Hans-Peter Koppelkamm. „Der Stamm ist zum größten Teil geblieben“, sagt er. Einige wenige Rollen seien neu besetzt worden, mehr Rollen mit einer Doppelbesetzung ausgestattet, sagt er.

Die insgesamt sechs Aufführungen der Moseloperette geben den gastronomischen Betrieben in Zeltingen-Rachtig weitere Impulse. „Die Gastronomie profitiert massiv“, sagt Elke Schwaab von der Tourist-Information. So kommen in diesem Jahr Gruppen aus dem Münsterland und aus Thüringen extra wegen der Moseloperette nach Zeltingen-Rachtig. „Die verweilen dann auch mehrere Tage dort,“ sagt Elke Schwaab von der Zeltinger Tourist-Info. Zudem gebe es zahlreiche Einzelpersonen und Gruppen, die regelmäßig alle zwei Jahre zur Moseloperette kommen. Zur letzten Vorstellung am 27. Juli habe sich gar ein Gast angesagt, der die Operette als Kind bei der Uraufführung 1955 im Saal Nicolay erlebt habe. Einer der Gäste, die in einer Gruppe per Bus von weither angereist sind, ist Gunter Schienbein aus Rudolstadt in Thüringen. „Das Programm ist sehr gut, wir sind begeistert“, sagt er. Jemand aus dem Chor, zu dem er gehört, habe die Operette schon einmal gesehen und daraufhin die Fahrt in diesem Jahr organisiert. „Das Schauspiel hat ein sehr hohes Niveau“, sagt er.

Stammgast ist die gebürtige Zeltingerin Monika Reicherts, die jetzt in Langweiler (Kreis Birkenfeld)  lebt. Nahezu jede Szene gefällt ihr gut, zumal sie auch viele Akteure persönlich kennt. Besonders angetan hat es ihr der Tanz der Argentinierinnen.

Das historische Geschehen der Moseloperette  zieht viele Zuschauer an. Foto: Christoph Strouvelle

Die weiteren Aufführungen der Moseloperette: Dienstag, 23. Juli, Mittwoch, 24. Juli, Freitag, 26. Juli, Samstag, 27. Juli. Beginn ist jeweils um 21 Uhr.

Mehr von Volksfreund