Moselorte sind abgeschnitten

TRABEN-TRARBACH/ZELL Die Bürgermeister der Verbandsgemeinden Traben-Trarbach, Ulrich K. Weisgerber, und Zell, Karl Heinz Simon, fordern eindringlich, dass im Zuge der Verlängerung der Start- und Landebahn am Flughafen Hahn die zur Zeit gesperrte Hunsrückhöhenstraße erhalten bleibt. Bereits jetzt gebe es wegen der großräumigen Verkehrsumleitung große Nachteile für eine Reihe von Moselorten.

Die Gastronomen von Enkirch sind sauer. Weil zur Zeit die Hunsrückhöhenstraße (B 327) wegen der umfangreichen Bauarbeiten an der Start- und Landebahn am Flughafen Frankfurt-Hahn zwischen der Abfahrt Raversbeuren und der Einmündung der B 50 in die Hunsrückhöhenstraße gesperrt ist, haben sie Umsatzverluste zu beklagen. Es kommen weniger Gäste, weil der Verkehr bereits bei Kappel/Kirchberg großräumig auf die B 50 umgeleitet wird und somit die Autofahrer die freien Abfahrten nach Altlay, Briedel und Enkirch verpassen. Auf der jüngsten VG-Ratssitzung am Donnerstagabend in Irmenach kam das Thema zur Sprache. Enkirchs Ortsbürgermeister Karl-Heinz Weisgerber: "Für Enkirch ist das aus touristischer Sicht kein Zustand." Die Bauarbeiten dauern nun schon eineinhalb Jahre. VG-Chef Ulrich K. Weisgerber hat bereits vor einem Jahr auf den Missstand hingewiesen und in einem Brief an die Kreisverwaltung Rhein-Hunsrück in Simmern um eine entsprechende Änderung der Beschilderung gebeten. So könnte beispielsweise auf dem Sperrschild das Zusatzzeichen "Enkirch frei" angebracht werden. In gleicher Weise ist auch der Gemeinderat Enkirch tätig geworden. VG Zell wird Resolution verabschieden

Die Kreisverwaltung Simmern hat das Schreiben an den zuständigen Landesbetrieb Straßen und Verkehr in Bad Kreuznach weitergeleitet. Die Behörde hat das Ansinnen der VG Traben-Trarbach abgelehnt. "Das hat mich maßlos geärgert", sagte Ulrich K. Weisgerber auf der VG-Ratssitzung. Ratsmitglied Karl-Heinz Tatsch ist ebenfalls erbost: "Die Region zwischen Zell und Bernkastel-Kues leidet deswegen Not." Einstimmig beschloss der VG-Rat, dass bis zur Wiederherstellung der Hunsrückhöhenstraße eine vernünftige Beschilderung erfolgen müsse. Die Verwaltung soll entsprechende Forderungen stellen. Der Verbandsgemeinderat Zell wird in seiner nächsten Sitzung am 13. Juli das Thema ebenfalls behandeln. Verbandsbürgermeister Karl Heinz Simon wird dem Rat eine Resolution vorlegen, die aller Voraussicht nach verabschiedet wird. Simon befürchtet gar, dass die B 327 überhaupt nicht mehr verlegt und wiederhergestellt wird. In der Vorlage der Verwaltung heißt es: "Jeglichen Überlegungen, die B 327 nicht zu verlegen und stattdessen ab Kappel über die B 50 bei Kirchberg umzuleiten, widerspricht die Verbandsgemeinde Zell ausdrücklich. Es besteht ein großes Interesse für den Verkehr aus der Region Zell an einer schnellen und direkten Verkehrsverbindung über den Hunsrück in den Bereich Morbach, Hermeskeil, Thalfang. Umgekehrt gilt dies für den Verkehr aus dem Hunsrückbereich in die Moselorte der VG Zell."

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