Dorfentwicklung : Moselschleife im Miniaturformat

Zeltingen-Rachtiger Bürger bauen Wasserspielplatz in Eigeninitiative. Er soll die Moselschleife bei Bernkastel darstellen.

Eigentlich sollte die Anlage schon fertig sein – aber nun wird es Corona-bedingt etwas länger dauern: Bürger aus Zeltingen-Rachtig bauen in Eigeninitiative einen  Wasserspielplatz am Moselufer. Sie wollen in direkter Nachbarschaft zum Minigolfplatz die Moselschleife  um Zeltingen-Rachtig nachbauen. Sonja und Peter Ehses haben gemeinsam mit Erich Morbach die Interessengemeinschaft Wasserspielplatz gegründet.

Am 30. November vergangenen Jahres war Spatenstich und mittlerweile zeigte sich auf der kleinen Baustelle bereits, wie die Schleife später aussehen wird. Auch ein Wasserrad ist schon montiert. Wie Erich Morbach erzählt, gab es die Idee zu diesem Spielplatz schon vor vielen Jahren: „Wir haben sogar am Anfang des Wasserlaufes, der aus einer Zisterne gespeist wird, ein kleines Modell der Original-Moselquelle angebracht. Die Idee dazu gab es schon lange, aber es hat gedauert, bis es möglich war, das anzulegen.“ Tatsächlich ist der Wasserspender mit zwei Betonwänden so eingefasst wie das Original im 330 Kilometer entfernten lothringischen Bussang.

Die Planung für die Anlage hatte die Verbandsgemeinde übernommen. „Platz genug haben wir hier am Vorgelände der Mosel. Der Radweg und der Minigolfplatz sind in der Nähe, so dass viele Menschen hier vorbeikommen,“ sagt Peter Ehses. Über 20 Menschen hatten sich angeboten, ehrenamtlich zu helfen.

Wegen der Corona-Bestimmungen kann die Arbeit momentan nicht so schnell vorangehen, aber nach und nach entwickelt es sich. „Firmen aus dem Ort haben uns zum Beispiel einen Bagger ausgeliehen, andere haben sogar für Getränke gesorgt,“ erzählt Morbach.

Die Kosten von rund 38 000 Euro kamen über Spenden von Privatpersonen, Firmen und mit einem 60 Prozent Zuschuss der öffentlichen Hand  zusammen.  Da die Moselschleife zwischen Traben-Trarbach und Bernkastel-Kues sehr originalgetreu dargestellt wird, ist das Projekt förderungsfähig.  

Der Wasserbehälter der Zisterne fasst 15000 Kubikmeter Wasser und wird automatisch aufgefüllt, 300 Meter Leerrohre und eine 100 Meter lange Abflussleitung mussten installiert werden, erklärt Erich Morbach, der damit rechnet, dass der Platz in zirka drei Monaten eröffnet werden kann.

 Fast wie das Original: ein Replikat der Moselquelle in Bussang.
Fast wie das Original: ein Replikat der Moselquelle in Bussang. Foto: TV/Hans-Peter Linz

Auch wenn die Corona-Krise die Arbeiten beeinträchtigt, führte sie auch zu einer unerwarteten Spende: Christiane Koch hat mit ihrer Tochter Leonie zehn Tage lang  Mundschutzmasken  genäht und für drei Euro verkauft. So kamen 1000 Euro   zusammen. Ortsbürgermeisterin Bianca Waters lobt das Engagement der Bürger: „Das ist eine weitere Attraktion für unseren Uferbereich.“