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Moselvorgelände in Bernkastel-Kues: Das wollen die Bürger

Moselvorgelände in Bernkastel-Kues: Das wollen die Bürger

Das Moselvorgelände in Bernkastel-Kues soll schöner und praktischer werden. Das Projekt erfordert eine umfangreiche Planung. Das wurde auf der jüngsten Bürgerversammlung deutlich.

Bernkastel-Kues. Der Uferbereich der Mosel auf der Bernkasteler Seite war in den vergangenen Jahren immer wieder Anlass zur Diskussion. Neben vielen parkenden Autos gibt es dort Schiffsanleger, Pommes-Buden, einen Bachlauf und auch noch eine Bundesstraßenzufahrt, die quer über den Parkplatz läuft. Insgesamt ein Langzeit-Kompromiss, sowohl in verkehrstechnischer Hinsicht als auch in Hinblick auf die Gestaltung der gesamten Stadt. Dieses Thema soll nun überarbeitet werden. Das Land hat Zuschüsse in Aussicht gestellt und so stehen insgesamt bis zu 3,5 Millionen Euro (Landesförderung: 70 Prozent) für eine Neugestaltung des Areals zur Verfügung, wie Stadtbürgermeister Wolfgang Port erläutert. In einem ersten Bürgerworkshop wurden die Wünsche der Anwohner gesammelt, aber auch erste Rahmenbedingungen abgesteckt. Marcus Hille, Stadtentwickler und Architekt aus Mainz übernimmt dabei die fachliche Betreuung des Projekts, das - wenn alle Wünsche und Vorgaben gesammelt sind - in einen Architektenwettbewerb mündet. Der Gewinner dieses Wettbewerbs wird das Projekt schlussendlich in die Realität umsetzen.

Verkehrsführung: Das Moselvorgelände spielt für die Anbindung von Bernkastel-Kues an das Landes- und Bundesstraßennetz eine entscheidende Rolle. Die L 47 verläuft von Kues kommend über die Moselbrücke und führt auf die B 53, die auf der Bernkasteler Moselseite Richtung Norden nach Zeltingen-Rachtig führt und in Richtung Süden den Anschluss zur B 50 am Bernkasteler Tunnel bildet. Von dort wird der gesamte Hunsrück erschlossen. Auf dem engen Brückenkopf ist allerdings das Links-Abbiegen untersagt: "Wir hätten dann enorme Rückstaus nach Kues", erklärt Wolfgang Port. Das bedeutet, dass Leute, die in Richtung Zeltingen-Rachtig oder weiter fahren wollen, erst rechts abbiegen und anschließend über den Parkplatz unter der Brücke Richtung Norden auf die B 53 auffahren müssen. "Das könnte sich verändern, wenn der Hochmoselübergang fertig ist. Dann wird mit einer Verringerung des Verkehrs von 30 Prozent gerechnet", sagt Port. Aber bis dahin wird das Problem weiter bestehen bleiben. Für einen Kreisverkehr sei die Situation auch zu eng.
Parkplätze: Noch wird der Parkplatz mit Parkuhren bewirtschaftet. Das sei jedoch nicht mehr zeitgemäß, erläutert Port. Touristen und Kunden des Einzelhandels würden heute flexible Parkzeiten erwarten.
Eine tickende Parkuhr halte viele Kunden vom gemütlichen Café-Besuch ab. Deshalb wünschen sich viele einen beschrankten Parkplatz, der flexible Parkzeiten ermöglicht. Allerdings wird durch einen Schrankenbetrieb das Überfahren des Parkplatzes für die Anbindung an die B 53 in nördlicher Richtung unmöglich gemacht.
Zudem sind die Parkflächen nicht städtebaulich gestaltet. Darauf weist Architekt Marcus Hillen hin. Das seien bislang reine Flutungsflächen bei Hochwasser. Für Touristenbusse stünden auf der Kueser Seite ausreichend Parkmöglichkeiten zur Verfügung.

Schifffahrt: Auf dem Moselvorgelände sind auch mehrere Anlegestellen für Fahrgastschiffe, Kartenschalter und auch ein Imbiss. Hier sollte die Situation ebenso verbessert werden, so Port.
Es müsse ein Leitsystem geben, um den Fußgängerverkehr von der Anlegestelle in die Stadt zu führen. Auch der Zubringerverkehr zu den Schiffen (LKWs zur Versorgung und Busse für Ausflüge) sei dabei zu betrachten.

Barrierefreiheit/Radfahrer/E-Mobilität: Der Zugang vom Parkplatz zur Stadt könne in Hinblick auf die Barrierefreiheit verbessert werden. Gegebenenfalls müssten auch Tankstellen für E-Mobilität geschaffen werden. Auch eine bessere Beschilderung des Radwegs und eine bessere Verkehrsführung seien wünschenswert.

Begrünung: Um die Fläche etwas ansprechender zu gestalten, wurde auch über eine mögliche Begrünung diskutiert, auch in Hinblick auf die Einmündung des Tiefenbachs in der Nähe der Brücke. Bei einer Überschwemmung jedoch bleibt dann umso mehr Treibgut an den Bäumen hängen. Das würde den Aufwand für die Pflege der Grünflächen erhöhen.
Da das Projekt vom Sanierungsprogramm Historischer Stadtkern Bernkastel-Kues gefördert wird, müsse es auch städtebaulich ansprechend gestaltet werden. Darauf weist Gudrun van Brandwijk von der Verbandsgemeindeverwaltung hin: "Die Fläche ist begrenzt. Eventuell kann man auch Alternativen schaffen für wegfallende Stellflächen am Moselufer." Dabei wäre zum Beispiel das Kueser Wehrt eine Option. Von dort könnten Shuttlebusse die Gäste in die Stadt bringen, oder womöglich auch Barkassen.